Es ist ein Bild, das sich nicht abschütteln lässt. Weil dieser Film mit einem unwiderruflichen Ende beginnt: Ein elfjährigen Mädchen löst sich während seines Geburtstagsfests von der Familie, geht auf den Balkon und springt lächelnd in die Tiefe. Was ist das für eine Welt, die ein Kind erleichtert verlässt? Mit unerschrockenem Blick betritt der griechische Film „Miss Violence“ die Hölle einer Familie, hält in strengen Tableaus eine Gewalt fest, die nicht Ausnahmezustand, sondern Alltag ist. In Reih und Glied müssen Kinder und Enkelkinder vor dem Großvater antreten. Die beklemmende Stimmung geht auch auf dem Zuschauer über. Und während er sich fragt, wer hier Tochter und wer Enkelin ist, tut sich langsam und geräuschlos ein Abgrund auf.

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