Berlin - Als junger Mann, es war kurz nach seinem Durchbruch mit „Donnie Darko“, spielte Jake Gyllenhaal in einem schönen kleinen Film namens „Moonlight Mile“. Der junge Joe, den er verkörperte, hatte seine Freundin verloren und dafür Schwiegereltern gefunden. Susan Sarandon und Dustin Hoffman ließen ihn einfach nicht mehr los: Der Verlust der Tochter hatte eine Lücke hinterlassen, die zu füllen Joes Aufgabe war. Wie hätte er ihnen sagen sollen, dass sich das Paar kurz zuvor getrennt hatte?

In der Trauer wird Davis seltsam

Star-Schauspieler sind Wiederholungstäter, und so sieht sich der gereifte Gyllenhaal in „Demolition“ in einer ganz ähnlichen Situation. Er spielt den unglücklichen Investmentbanker Davis. Bei einem Autounfall kam dessen Frau ums Leben. Ihr Vater (Chris Cooper), der ihn nie sonderlich mochte und doch in seine Firma aufnahm, verlangt, auch in der Trauer eine Gemeinschaft zu bilden.

Doch hat Davis seine Gattin wirklich geliebt? Der Verunsicherte reagiert mit Übersprungshandlungen, wird seltsam. Keine Apparatur ist vor ihm sicher. Einen Rat des Schwiegervaters wörtlich nehmend, will er Dinge auseinandernehmen, um sie zu reparieren. Als das nicht gelingt, kauft er sich einen großen Hammer.

Zwei Seelen finden zueinander

Das sind schwere Metaphern, und so schreibt er es auch auf: „Aus irgendeinem Grund ist alles zur Metapher geworden.“ Davis’ Bemühen um Krisenbewältigung beschränkt sich nämlich nicht auf den eifrigen Besuch von Baumärkten. Daneben tritt er in eine haarsträubende Konversation mit einer Automatenfirma, seine ellenlangen Beschwerdebriefe wachsen sich aus zu Kurzgeschichten des eigenen Versagens. Es ist aber immer noch ein Hollywood-Film, und so meldet sich eines viel zu späten Abends eine Stimme. Zwei Seelen haben einander gefunden.