Wer auf diese Insel kommt, dem wird der Kopf kahl geschorenen. Er gibt seine Kleidung ab und muss eine Anstaltsuniform anlegen. Wer auf diese Insel kommt, muss sogar seinen Namen abgeben und erhält stattdessen eine Buchstaben-Zahlen-Kombination. C19 hat von Anfang an einen großen Widerwillen dagegen. Er heißt Erling und will sich nicht brechen lassen.

Anfang des 20. Jahrhunderts, als man noch anders über Erziehung dachte als heute, spielt der Film „Kongen av Bastøy“. Fast komplett in grauen, wie mit feuchtem Nebel durchmischten Farben gehalten, erzählt er von Geschehnissen auf einer norwegischen Gefängnisinsel. Unwirtlich ist es dort schon durch die natürlichen Bedingungen. Doch was Menschen dort Menschen antun, ist mit Strafe verniedlichend beschrieben. Körperliche Züchtigung und Nahrungsentzug gehören zum Alltag. Bastøy ist das europäische Alcatraz. Vermutlich weil die Insel im Oslofjord nicht so bekannt ist, entschied sich der deutsche Verleih, den Namen aus dem Titel zu nehmen und den Film „King of Devil’s Island“ zu nennen.

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