Auf einen Schlag werden am 19. Juni in Berlin knapp drei Millionen Euro Filmförderung vergeben – anlässlich der Vergabe des Deutschen Filmpreises. Zuvor haben die rund 1600 Mitglieder der Deutschen Filmakademie abgestimmt über ihre Favoriten, die dieses Geld nun heute Abend bekommen. Weil die Bundesregierung offenbar meint, dass Filmkultur eher Majoritäten folgen soll, erhalten die mehrheitlich ermittelten Nominierten und Preisträger nun Zuschüsse für ihre nächsten Projekte – selbst wenn damit die außergewöhnlichen und radikaleren Werke noch oft außen vor bleiben.

Das ist nur ein Beispiel aus einer langen Liste von Maßnahmen, mit denen Bund und Länder die Filmbranche auf kleinteilige und oft eigenwillige Weise subventionieren. In den meisten Fällen steht hier nicht die künstlerische Qualität eines Films als Grundlage für den Erfolg im Fokus. Vielmehr haben sich in der Politik und Filmbranche diejenigen durchsetzen können, die glauben, dass beim Film an erster Stelle der wirtschaftliche Effekt zu stehen habe. Gemeint ist der Kassenerfolg und der Nutzen für die Standorte, wie Beschäftigungszahlen und Auslastung der ansässigen Studios. Wofür die Qualität der Filme ohnehin nachrangig zu sein scheint.

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