Fitness: So sportlich sind die Mitglieder des Deutschen Bundestags

Neues Jahr, neue Vorsätze! Nicht nur in den Fitnessstudios wird es jetzt wieder voller - auch im Deutschen Bundestag geben die Sportler nach den kalorienreichen Weihnachtstagen wieder Gas. Die Spitzenpolitiker gehen natürlich joggen. Von Cem Özdemir wird berichtet, dass er regelmäßig mit seinem Team die Spree entlangrennt. Heiko Maas lässt sich beim Laufen sogar interviewen und nimmt sein Rennrad auch auf Dienstreisen mit. Finanzminister Olaf Scholz läuft nach eigener Aussage mehrmals pro Woche.

Das Parlament ist aber noch viel sportlicher: Über 20 verschiedene Disziplinen bietet die Sportgemeinschaft Deutscher Bundestag an. Sie reichen von Golf, Schwimmen, Basketball oder allgemeinen Fitnesskursen bis zum Segeln oder Boxen. Und sie stehen auch dem Normalbürger offen.

Boxen immer mehr bei Frauen beliebt

Die berühmteste Politiker-Sportgruppe, der FC Bundestag, gehört nicht zur Sportgemeinschaft, sondern ist ein eigenständiger Verein. Die Bundestagsverwaltung hat aber eine Frauenfußballmannschaft, die sich zweimal pro Woche zum Training in der Sporthalle im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus trifft.

Neben der Sporthalle gibt es noch zwei weitere kleinere Übungsräume. In einem davon werden regelmäßig Sandsäcke aufgehängt – für den Boxkursus, der vor allem bei Frauen zunehmend beliebter wird. „Da geht es aber vor allem um Fitness-Boxen“, sagt Kurt-Dieter Grill. Der ehemalige CDU-Abgeordnete ist seit vergangenem Jahr der Chef der Sportgemeinschaft. Er arbeitet ehrenamtlich, wie der gesamte Vorstand des gemeinnützigen Vereins, und kennt noch die sportlichen Zeiten in Bonn.

Die Sportgemeinschaft ist nämlich bereits über ein halbes Jahrhundert alt und wurde 1951 in einer Zeit gegründet, in der man Politik noch mit Zigaretten, Alkohol und dickbäuchigen Herren verband. Es müssen gute alte Zeiten gewesen sein. Zur Entspannung gab es in den 50er-Jahren eine eigene Bäderabteilung mit sechs oder sieben Badewannen.

In der Hauptstadt boomt Yoga

Die Sportgemeinschaft hat noch heute einen Ableger in Bonn. Dort werden neun Disziplinen angeboten, unter anderem eine recht rege Schachgruppe. Die Mitglieder seien teilweise um die 70 Jahre alt, sagt Geschäftsführer Hartmuth Groß, doch nähmen einige von ihnen auch an Meisterschaften teil. In Berlin hat sich die Schachabteilung dagegen gerade aufgelöst – zu wenig Zuspruch.

In der Hauptstadt boomt dafür Yoga. Und Linedance. Die Gruppe, die sich immer mittwochs um 17 Uhr trifft, ist besonders aktiv. Für den Tanz zur Countrymusic stellen sich die Aktiven in Reihen auf, ein Partner ist also nicht notwendig, um mitzumachen. „Ich lege mir meine Termine bewusst so, dass ich es nicht verpasse“, sagt Kerstin Schmidt, die im Vorstand der Sportgemeinschaft für die Presseanfragen zuständig ist. Sie gehört zu den rund 14 bis 20 Aktiven der Linedance-Gruppe. Sie sind sogar schon auf Bundestagsfesten aufgetreten.

Luxus darf man nicht erwarten

Viele Sportarten finden außerhalb der Bundestagsgebäude statt. So treffen sich die Schwimmer – angeleitet von Medaillengewinner Steffen Zesner – im Schwimmbad an der Landsberger Allee. Fürs Segeln geht es an den Wannsee, und Golf findet im Club am Seddiner See statt.

Weil der Verein gemeinnützig ist, steht er durchaus auch für Interessierte offen, die nicht im Bundestag arbeiten. Mit einem Jahresbeitrag von rund 60 bis 120 Euro – je nach Sportart – ist das nicht teuer. Luxus darf man dafür allerdings nicht erwarten. Die Übungsräume im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus sind funktional, mehr nicht. Eine Sauna gab es zwar mal, weil sie aber keiner so recht nutzte, wurde sie wieder ausgebaut. Dafür soll es aber 2019 endlich ein paar Fitnessgeräte geben, auf die viele Bundestagsangestellte schon länger warten.