Im Dezember 1870 kam der Schriftsteller Theodor Fontane nach einer Abwesenheit, die länger geraten war, als ihm lieb sein konnte, nach Berlin zurück, warf seine Reisetasche in die Ecke, sich selbst aufs Sofa, kreuzte die Hände über der Brust, „atmete hoch auf und sagte das eine Wort: Frei.“ So steht es in dem Buch „Kriegsgefangen“, das Fontane einige Zeit später als journalistisch-literarischen Bericht über seine Erlebnisse im Deutsch-Französischen Krieg veröffentlichte.

Am 19. Juli 1870 hatte Kaiser Napoleon III. mittels einer kurzen Depesche Preußen den Krieg erklärt, der erst im Mai 1871 endete. Fontane beobachtete die Kampfanbahnungen mit angespannter Neugier sowie aus sicherer Distanz aus seinem Urlaubsort in Warnemünde an der Ostsee. Dass er sein Gepäck bald auf das Nötigste würde beschränken müssen, war für den zu dieser Zeit vor allem als Theaterkritiker und Reiseschriftsteller reüssierenden Fontane eher etwas Gewohntes als Bedrohliches.

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