Es hat eine Verschiebung auf der Weltkarte gegeben. Belarus, unabhängig seit 1991, regiert von Alexander Lukaschenko seit 1995, lag lange Zeit für die meisten Menschen irgendwo im Osten – eine Sowjetrepublik unter vielen. Seit etwas mehr als hundert Tagen aber gehört Belarus mit ins Zentrum der Aufmerksamkeit: seit der manipulierten Präsidentschaftswahl vom 9. August 2020.

Gerade weil Belarus nun Wochenende für Wochenende in den Nachrichten ist, wächst der Bedarf an Informationen weiter. Denn die Bilder der Demonstrationen brauchen ein Unterfutter an Fakten und Interpretation. Als ideal dafür erweist sich ein gerade in der Berliner Edition Fototapeta erschienenes Buch: „Belarus! Das weibliche Gesicht der Revolution“. Es enthält 23 Beiträge, ausschließlich von Frauen – Dichterinnen, Journalistinnen, Übersetzerinnen, Politikwissenschaftlerinnen vor allem aus Belarus, einige wenige deutsche und eine österreichische Autorin sind auch dabei. Hinzu kommen verschiedene Dokumente zum Geschehen. Die Genrebezeichnung „Flugschrift“ für dieses Buch deutet auf den politischen Charakter und seine Aktualität. Die beigefügte Chronik der Ereignisse beginnt im Mai mit der Verhaftung des Bloggers Sergej Tichanowski. Sie endet mit dem Generalstreik in Belarus am 26. Oktober.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.