Sie heißt Angel Deverell und entgegen ihres hochfliegenden Vornamens ist sie die einzige Tochter einer verwitweten Gemüsehändlerin, stammt also aus eher bescheidenen Verhältnissen. Welche sie jedoch gemäß ihres Namens zu überwinden gedenkt: Angel hat gänzlich unbescheidene Pläne, sie will ins Paradies – ein nahegelegenes, hochherrschaftliches Anwesen namens Paradise, an dessen prunkvollem, schmiedeisernem Schnörkeltor sie oftmals steht und sehnsüchtige Blicke wirft. Und da sich im Fall von Angel Deverell zum ehrgeizigen Namen ein enormer Sturschädel gesellt, zieht sie eines Tages auch tatsächlich dort ein. Da ist sie dann schon die berühmte Schriftstellerin, als die sie sich bereits als junges Mädchen imaginierte.

Angel ist die Titelheldin eines im England der Belle Epoque angesiedelten Melodrams des Franzosen François Ozon, der wiederum den gleichnamigen, 1957 erschienenen Roman der britischen Schriftstellerin Elizabeth Taylor (1912-1975) adaptiert, die sich darin ihrerseits an der Biografie der überaus erfolgreichen Trivial-Schriftstellerin (und Esoterikerin) Marie Corelli (1855-1924) orientierte.

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