Frank Elstner bei Markus Lanz über seine Parkinson-Erkrankung

Hamburg - Frank Elstner hat am Donnerstagabend in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz über seine Parkinson-Erkrankung gesprochen. „So langsam kommt der Zeitpunkt, wo meine Familie und ich der Meinung sind, dass es keinen Sinn mehr macht zu lügen“, erklärte der 77-Jährige die Gründe, warum er seine Erkrankung öffentlich gemacht habe.

Die Diagnose erhielt der Moderator, der durch die Entwicklung von „Wetten, dass...?“ weltberühmt wurde, vor drei Jahren, die ersten Symptome bemerkte Elstner bereits im Jahr 2014. „Als ich zum ersten Mal von einem Arzt gehört habe, ich hätte Parkinson, habe ich erstmal nächtelang gegoogelt. Dabei habe ich einen Artikel gefunden mit der Überschrift 'Haben Sie keine Angst, Sie sterben nicht an Parkinson'. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte ist, dass sich die Krankheit fortlaufend verschlechtert. Wenn man ehrlich ist, ist heute nie so wie gestern.“

Elstner behielt Diagnose lange für sich

Elstner berichtete davon, dass er bereits dreimal bei Markus Lanz saß, ohne dem Moderator von der Krankheit zu berichten. „Da habe ich dich angelogen, muss ich gestehen“, sagte der 77-Jährige.

Er habe die Krankheit am Anfang nicht ganz ernstgenommen. „Dann habe ich in einem Buch gelesen, dass Schlafwandeln auch zu den Symptomen zählen kann. Das hat auch bei mir angefangen. Einmal hat mich die Frau eines Freundes erwischt, wie ich nachts im Badezimmer Handtücher zusammengelegt habe“, erzählt Elstner, der seit 1968 vor der Kamera steht.

Er bemängelt, dass er sich nicht intensiv genug um seine Erkankung gekümmert habe: „Kurz vor einer Show sagst du nicht zum Arzt: 'Untersuch mich mal!' sondern 'Gib' mir etwas, damit es schnell wieder weggeht.'“

Elstner erwartet öffentliche Diskussion

Bisher habe er aber neben dem Schlafwandeln aber kaum andere Symptome in seinem Verhalten erkannt: „Das Händezittern sieht man ja in der Öffentlichkeit, meine zunehmenden Rückenschmerzen nicht.“ Verzweiflung spürt er aber nach der Diagnose nicht: „Es ist eher eine Enttäuschung. Man macht jahrelang viel Sport, ernährt sich gesund und bekommt dann diese Diagnose.“

Dennoch habe er Angst vor der Zukunft: „Ich habe Angst, irgendwann keine Selbstbestimmung mehr zu haben oder dummes Zeug zu quatschen. Auf der anderen Seite tröste ich mich dann damit, dass ich damit mein Leben lang mein Geld verdient habe.“

Sein Neurologe habe ihm empfohlen, von den verschriebenen Medikamenten nicht immer die volle Dosis zu nehmen. „Daran versuche ich mich zu halten. Ich will nicht mit einer Kilo-Packung Medikamenten herumzulaufen.“

Zum Abschluss sorgte Elstner noch für einen bewegenden Moment, den auch Moderator Lanz sichtlich berührte. Als es darum ging, ob der 77-Jährige nochmal in die Talkshow kommen würde, antwortete Elstner: „Du kannst mich ja alle zwei Jahre mal vorführen.“ (sh)