Findet ein Jahr später statt: der Auftritt Kanadas als Ehrengastland bei der Frankfurter Buchmesse.
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Frankfurt/MainIn 100 Tagen beginnt – wenn alles gut geht - die Frankfurter Buchmesse. Was mit dem Ehrengastland Kanada wird, war vor ein paar Tagen noch ungewiss. Nun steht fest: Der Auftritt Kanadas wird „physisch“ auf 2021 verschoben. Bei der digitalen Buchmesse 2020 werde das nordamerikanische Land aber stark vertreten sein, teilten die Organisatoren am Dienstag mit. Aufgrund der durch die weltweite Covid-19-Pandemie veränderten Rahmenbedingungen habe das Komitee des kanadischen Ehrengastauftritts darum gebeten, den Auftritt um ein Jahr verschieben zu dürfen, hieß es. Ein sinnvoller Schritt. Die Reisebeschränkungen machen es unmöglich, dass Autoren anreisen.

Die für die kommenden Jahre vorgesehenen Gastländer der Frankfurter Buchmesse - Spanien, Slowenien und Italien - hätten zugestimmt, ihren Auftritt ebenfalls um jeweils ein Jahr zu verschieben. Die Buchmesse, weltweit wichtiges Treffen der Verlagsbranche, soll vom 14. bis 18. Oktober stattfinden. Der offizielle Auftritt Kanadas als Ehrengast im kommenden Jahr ist vom 20. bis 24. Oktober 2021 geplant. Im Jahr 2022 ist dann Spanien in Frankfurt Ehrengast.

„Wir möchten den Gastland-Komitees und den zuständigen Regierungen in Spanien, Slowenien und Italien danken, dass sie sich aus Solidarität mit Kanada bereit erklärt haben, ihre Ehrengastauftritte in Frankfurt um ein Jahr zu verschieben, damit Kanada seine Literatur und Kultur unter bestmöglichen Bedingungen auf der Frankfurter Buchmesse 2021 präsentieren kann“, sagte Juergen Boos, der Direktor der Frankfurter Buchmesse. „In diesem Jahr stehen wir alle vor großen Herausforderungen und erleben eine geeinte internationale Buchwelt, die für einander einsteht. Diese Kooperation zwischen den offiziellen Ehrengastländern ist eines der vielen Beispiele dafür.“

„Unser virtuelles Programm für 2020 wird ein Vorgeschmack auf das für 2021 geplante Programmpaket sein“, versprach Steven Guilbeault, der Minister für kanadisches Kulturerbe, in der am Dienstag veröffentlichten Mitteilung. „Wir freuen uns darauf, der Welt zu zeigen, was der Oktober dieses Jahr alles bereithält.“

Unklar ist, wie viele Verlage in den Messehallen ausstellen. Buchmesse-Direktor Jurgen Boos rechnete Ende Mai mit rund einem Drittel der Teilnehmer. Aktuelle Zahlen gibt es nicht: Erst Mitte August will die Buchmesse eine erste Bilanz der Anmeldungen ziehen. Große Verlagshäuser wie Holtzbrinck oder Randomhouse haben schon abgesagt. „Wir werden in diesem Jahr ein enormes Defizit einfahren“, sagte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins. Eine corona-bedingte „Sonderausgabe“ nennt Boos die diesjährige  Buchmesse.