Feature auf der Frankfurter Buchmesse 2019.
Foto: imago images/Sven Simon

Frankfurt am MainDie Frankfurter Buchmesse findet in diesem Jahr statt. Als in der vergangenen Woche schon zwei Tage früher als geplant die Entscheidung bekanntgegeben wurde, klang das wie eine gute Nachricht. Doch schon, wenn man beim Sprechen darüber das übliche Synonym vom „weltgrößten Treffen der Branche“ verwenden wollte, klang es ein bisschen seltsam. Und das wird es also in diesem Jahr auch nicht werden.

Das Börsenblatt des Deutschen Buchhandels hat sich umgehört, wer Ausstellungsflächen buchen werde. Die Antworten aus Deutschland lassen das Gefühl von Gedankenaustausch und Anregung wieder verdunsten. Die Random-House-Gruppe, zum Beispiel mit C. Bertelsmann, Heyne, Luchterhand und Penguin immer großräumig vertreten, zeigt sich zwar offen für die angekündigten alternativen Konzepte, verzichtet aber auf die reale Teilnahme in Frankfurt am Main. Die Holtzbrinck-Verlage wie S. Fischer, Kiepenheuer & Witsch und Rowohlt wollen „aus Verantwortung für die Gesundheit der Mitarbeitenden, der Autorinnen, Autoren und der Gäste“ keine Stände aufbauen. Genauso liest sich die Antwort des Geschäftsführers von Bonnier Media, der etwa für Carlsen, Piper und Ullstein spricht.

Verlage und Autoren haben in den vergangenen Wochen wirtschaftlich gelitten. Juergen Boos, der Direktor der Frankfurter Buchmesse, hatte dies gewiss im Kopf, als er sagte: „In diesem Jahr ist es wichtiger als je zuvor, die Frankfurter Buchmesse durchzuführen.“ Denn er sprach dabei auch von der „Aufmerksamkeit für Autorinnen und Autoren, für die Branche, für unsere Themen“.

Das Hygienekonzept mit breiteren Gängen und zusätzlichen Hallen überzeugt also viele Verlage nicht. Nun geht es darum, die angekündigten virtuellen Formate so zu entwickeln, dass sie eine Ausstrahlung auf Leser, Buchhändler, Lektoren und Scouts haben. Und darüber schwebt die Frage, wie es weitergeht im nächsten Jahr. Sind solche Treffen noch zeitgemäß?