Köln - Jedem Bedürfnis seine Zeitschrift: mein PC, mein Pferd, mein Ländle, meine Familie – warum also nicht „mein Papst“? Der Stuttgarter Panini-Verlag, bekannt für Fußballer-Sammelbildchen, setzt auf die Popstar-Qualitäten des Papstes und bringt ein monatliches Fanmagazin auf den Markt. Von heute an sollen deutsche Groupies – Zielgruppe: Frauen ab 40 - es kaufen. Für 1,80 Euro im Monat will „Mein Papst“ auf 72 Seiten „die wichtigsten Momente und Botschaften des beliebten katholischen Kirchenoberhaupts übermitteln“.  Klingt nach „bekannt aus Funk und Fernsehen“.

Von den wichtigsten Momenten der Asienreise bleibt im Magazin der Starkregen in Erinnerung, der den Papst aber nicht weiter stört, auch wenn er „gegen die Frontscheibe des offenen Papamobils“ prasselt. Tapfer! Reisetipp der Redaktion ist: Rom. Fragt sich, wohin das Heft die Leser in den nächsten Nummern schicken will. Buenos Aires wäre schick.

Das Kalkül der Verlagsmanager: Was am Kiosk in Italien klappt, funktioniert auch transalpin. Allerdings sind deutsche Katholiken doch immer schon ein bisschen protestantisch angekränkelt. Wenn sie sich die zwei „Poster mit Botschaft“ aus dem neuen Heft aufhängen, dann auf der Schrank-Innenseite.

Aber selbst wenn für Franziskus auch hierzulande die Herzen aufgehen – für die Portemonnaies gilt das erfahrungsgemäß noch lange nicht. In Deutschland ist „Mein Papst“ nämlich – anders als auf der Titelseite behauptet - weder die erste noch die einzige Illustrierte ihrer Art: Schon seit der Zeit des deutschen  Papstes Benedikt XVI. gibt es „Gemeinsam glauben“. Zahlen wollen dafür laut Herder-Verlag 3500 Papstbeflissene. Zur „Mein Papst“-Startauflage von 250.000 Exemplaren ist da noch Luft.