Der umstrittenen Rockband "Frei.wild" droht neuer Ärger. Wenige Wochen, nachdem die Südtiroler Deutschrock-Band wegen ihrer vorgeblichen und stets abgestrittenen Nähe zu rechtsextremem Gedankengut von der Nominierungsliste des Echo gestrichen wurde, wirft ihnen eine rechte Band vor, aus einem ihrer Songs abgekupfert zu haben. Wegen Verletzung des Urheberrechts beschäftigt sich nun das Landgericht Hamburg mit dieser Angelegenheit.

Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung wirft Jens H, Mitglied der Neonazi-Band Stahlgewitter, der Band Frei.Wild vor, entscheidende Bestandteile eines ihrer Lieder übernommen zu haben. Ein Sprecher von Frei.Wild bestätigte gegenüber der SZ die Auseinandersetzung. Der Mann bestritt aber, dass sich Frei.Wild bei der Nazi-Band bedient habe.

Konkret geht es um das Lied "Schenkt uns Dummheit, kein Niveau", das auf dem 2010 veröffentlichten Album "Gegengift" zu finden ist. Komponist des Songs ist Frei.Wild-Lied Sänger Philipp Burger.

Gutachter nicht einig

Nach Angaben von Jens H. soll ein prägnantes Gitarrenriff von dem indizierten Stahlgewitter-Stück "Auftrag Deutsches Reich" von 2006 übernommen worden sein. Ein Gutachter, bei dem sich Neonazi Jens H. bereits 2010 per Email beklagte, bestätigte den Verdacht.

Eindeutig geklärt ist die Lage jedoch nicht: Ein vom Hamburger Landgericht bestellter Musikgutachter glaubt, das keine Urheberrechtsverletzung begangen worden sei, da das Riff nicht den Wesenskern der Songstelle ausmache.

Ein Sprecher von Frei.Wild machte gegenüber der SZ deutlich, dass "Schenkt uns Dummheit, kein Niveau" eine "vollständig eigenständige geistige Schöpfung" von Frei.Wild sei. Zudem erklärte er, dass Frei.Wild, weder die Band Stahlgewitter noch ihre Texte oder Lieder kenne. (zys)