Die umstrittene Südtiroler Rockband Frei.Wild hat am Sonntag ihre Auflösung auf der Band-Webseite und bei Facebook bekannt gegeben. Dort war unter anderem zu lesen: „Wir hören auf…unser Herz und spielen im Dezember die vorerst letzten Konzerte." Das Statement der Band klingt nach Abschied, ob sich die Gruppe tatsächlich trennt oder einfach unter neuem Namen weiter macht, ist nicht ganz klar. Das lässt die Band bewusst offen.

Die Deutschrock-Band um Sänger Philipp Burger wurde kontrovers diskutiert, da man den Musikern eine Nähe zu politisch rechten Motiven vorwarf. Die Kritik rührte auch aufgrund einer früheren Band des Sängers namens Kaiserjäger, die dem Rechtsrock zugeordnet wurde. Zudem war Burger zwischenzeitlich Mitglied der rechtspopulistischen Partei „Die Freiheitlichen" in Südtirol.

Der Journalist Thomas Kuban und andere Musikkritiker unterstellten Frei.Wild zudem, ihre Texte seien nationalistisch und völkisch geprägt. Es sei gefährlich, wie die Band mit den Begriffen Abstammung und Heimat spiele, da dies meistens in der rechtsextremen Szene gängig sei. So lautet es in einem Lied: „Südtirol, du bist noch nicht verlor'n. In der Hölle sollen deine Feinde schmor'n" oder „Sprache, Brauchtum und Glaube sind Werte der Heimat. Ohne sie gehen wir unter, stirbt unser kleines Volk". Frei.Wild selbst distanzierten sich von Extremismus jeglicher Art.

Ausladung von der Echo-Verleihung

Viele Musiker, Festivalmacher und Bands distanzierten sich wiederum von Freiwild. 2013 kam es zum Eklat, als die Veranstalter des Musikpreises Echo nach heftiger Kritik die Nominierung für Frei.Wild zurückzogen. Der Protest ging auch auf Bands wie Mia und Kraftklub zurück, die einen Boykott des Echos ankündigten.

Der Einladung zur Echo-Verleihung von 2014 erteilte die Band trotz ihrer erneuten Nominierung eine Absage. Frei.Wild forderte von der Echo-Akademie eine Entschuldigung für die Ausladung von 2013. Beim diesjährigen Echo gewannen sie dennoch in der Kategorie "Rock/Alternative National".

„Wir waren immer Menschen, die mit offenem Visier durchs Leben zogen. Wir suchten keinen Bogen um non-konforme Themen, stellten uns auch ohne Bock darauf den immer wiederkehrenden Fragen und möchten auch in Zukunft diese eine Band sein, die ihren Weg einzig und allein nach ihrem Willen und eigenem Gefühl geht", schreiben Freiwild auf ihrer Webseite. Und sie kündigen an, dass man auch in Zukunft mit neuen Projekten weitermachen wolle. (cp)