Frankfurt - Tränen in der Frankfurter Paulskirche: So ein bewegendes Finale hat wohl noch keine Friedenspreisverleihung gefunden. Auf den Applaus möge man verzichten, bat Preisträger Navid Kermani, und statt dessen gemeinsam beten oder wünschen, dass die Geiseln des Islamischen Staates befreit werden und der Krieg in Syrien und im Irak ein Ende finde. „Gerne können Sie sich dafür auch erheben, damit wir den Snuffvideos der Terroristen“ – also den Videos von Ermordungen – „ein Bild unserer Brüderlichkeit entgegenhalten.“

Da erhob sich die Festversammlung im stillen Gedenken. Nicht wenige wischten sich die Tränen aus den Augen. Auch Kermani selbst war gezeichnet von der bewegenden Geschichte, die er vorgetragen hatte. Diese handelte von Pater Jacques Mourad, der als Christ in Syrien den Muslimen beisteht, von den Terroristen des Islamischen Staates mitsamt seiner kleinen christlichen Gemeinde entführt wird und der schließlich von Muslimen in einer Nacht- und Nebel-Aktion aus seinem Martyrium befreit wird – und der sich nun sorgt um den Rest der Gemeinde.

Schriftsteller und Orientalist aus Köln

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