Berlin - Es hat sich längst herumgesprochen, die Kunst der Grafik – zu DDR-Zeit schrieb man diese Disziplin noch wie zu Dürers Zeiten mit „ph“ – stand nicht nur für Originalität und Qualität, sondern auch für ihre treue Sammlerschaft. In der Berliner Graphikpresse ließen so gut wie alle namhaften Künstler des Ostens drucken, oftmals Editionen und Mappen. Bis heute vertritt die vor 30 Jahren gegründete Galerie die Grafik von Künstlern wie Altenbourg, Mohr und Mattheuer bis hin zu Penck und Metzkes.

Foto: Berliner Graphikpresse/VG Bildkunst 2020
Dissidentisch: A.R. Penck: „Zone D“, Farbsiebdruck, 1991, Schätzwert 600 Euro.

Jetzt steht ihre 22. Auktion bevor. Unter den Hammer kommt manch ungehobener Schatz aus 40 Jahren DDR sowie die raren Radierungen des Zeichner-Philosophen Carlfriedrich Claus. Glaubt man dem Katalog (auch online), bietet sich da ein Füllhorn an möglichen Weihnachtsgeschenken und Sammler-Trophäen zu ausgesprochen moderaten Preisen.

Foto: Berliner Graphikpresse/VG Bildkunst 2020
Leipziger Aktualität der Mythen: Wolfgang Mattheuer: „Hin ist er“, Holzschnitt, 1977, Schätzwert 500 Euro.

Gut 1500 Meter Luftlinie entfernt bereiten die „Ostdeutschen Kunstauktionen“ in der Galerie Kuchling an der Karl-Marx-Allee ihre 55. Versteigerung vor. Zum Aufgebot gehört vorwiegend traditionsreiche Dresdner Kunst – teils aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ebenso Werke aus der Leipziger und Berliner Szene.

Auktion der Berliner Graphikpresse am Sonntag, 15. November, ab 11 Uhr in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Jägerstr. 22/23. Vorbesichtigung in der Galerie, Silvio-Meier-Str. 6, noch bis 13. November, 13–18.30 Uhr. Online-Katalog: www.galerie-berliner-graphikpresse.de

Galerie Kuchling, Karl-Marx-Allee 123: Ostdeutsche Kunstauktionen, Vorbesichtigung bis 20. November, Di/Di/Fr 13–19/Sa 11–15 Uhr. Auktion am Sonnabend, 21. November ab 13 Uhr. www.ostdeutsche-kunstauktionen.de