Es ist still geworden um die autopoetischen Systeme. Wir erinnern uns, das war jener von den chilenischen Biologen Humberto Maturana und Francisco Varela entwickelte Blick auf die Welt, demzufolge ein lebendes System sich dadurch auszeichnet, dass die Beziehungen, die zwischen seinen Komponenten bestehen, und nicht etwa diese selbst, die Eigenschaften des Gesamtsystems bestimmen. Das System, ist es einmal da, produziert sich selbst. Daher nannten sie es autopoetisch. Alles, was von außen hineinkommt, wird zur Reproduktion des Systems verwendet. Was dazu nicht verarbeitet werden kann, wird ignoriert oder abgestoßen.

Wir sind derzeit von der Globalisierung so eingenommen, dass wir nur noch an das denken, was von außen ins System kommt, und so gerät aus dem Blick, wie die Systeme mit dem Input umgehen. Vielleicht aber liegt es auch daran, dass wir Zeugen eines Prozesses sind, in dessen Verlauf bestehende Systeme von Invasoren zersetzt werden und neue, sich autopoetisch reproduzierende noch nicht wieder in Sicht sind.

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