Frühstück im YaMe NumNums.
Foto: Sophie Seyffert

Die Berliner lieben ihr Frühstück: In kaum einer anderen Stadt kann man so ausgelassen und ausgiebig in den Tag starten wie in der Hauptstadt. Vor allem der Szenebezirk Neukölln hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Hotspot für Brunch- und Frühstücksliebhaber entwickelt. Wir haben uns durch Avocado-Brote, Pancake-Platten und Eggs Benedict gefuttert und für euch die zehn besten Frühstücks-Cafés in Neukölln gefunden. 

Hallmann und Klee

Die Frühstücks-Karte im Hallmann und Klee ist übersichtlich, doch das Café hat alles, was ein hipper Neuköllner Hot Spot braucht – eine schlichte, aber schicke Einrichtung, Avocadobrote mit Babyspinat und frischgepresste Säfte. Doch sieht das Hallmann und Klee nicht nur gut aus, es schmeckt dort auch super – die Bretter mit Käse- und Wurstspezialitäten, bei denen die Betreiber auf Bioqualität und traditionelle Herstellung achten, eignen sich super, um sie mit Freunden zu teilen. Besonders nett und nachhaltig: Die Säfte kommen mit wiederverwendbaren Glasstrohhalmen. Am Wochenende kann es hier allerdings richtig voll werden. Eine Reservierung ist daher zu empfehlen.

Hallmann und Klee, Böhmische Str.13, 12055 Berlin-Neukölln, Mi bis Sa ab 9.30h (Küche 9.30h - 15h und 18h - 21.30h), So 9.30h bis 18h, Montag + Dienstag Ruhetag

Okay Café

Ein Besuch im Okay Café ist wie ein Kurztrip nach Stockholm. Dass die Schweden etwas vom Frühstücken verstehen, verrät bereits ihr Fika-Konzept. Fika, dahinter verbirgt sich eine Art Kaffeepause, bei der man sich mit einer Tasse Kaffee oder Tee und einem süßen Gebäck eine kleine Auszeit gönnt. Die Betreiber vom Okay Café haben sich diesem Gedanken voll und ganz verschrieben. Das viele Holz, die hellen Farben, die klare Designlinie - alles im Okay Café strahlt Gelassenheit aus.

Die Speisekarte lässt sich irgendwo zwischen Frühstück und Lunch einordnen. Neben Klassikern wie dem obligatorischen Avocadotoast gibt es Omelettes, Grilled Cheese Sandwiches, getoastetes Brioches und frische Salate mit saisonalen Zutaten. Besonders zu empfehlen sind die „Pancake Plätter“, Mini-Pfannkuchen mit süßen oder herzhaften Toppings, und die „Buns of Joy“, Pfannkuchen mit wechselnde Füllungen wie Nutella, Marzipan oder Blaubeere.

Okay Café, Pflügerstraße 68, 12047 Berlin-Neukölln, Di bis Fr 9.00 – 18.00 Uhr, Sa bis So 10.00 bis 19.00 Uhr, Montag Ruhetag

Bichou

Das Bichou befindet sich etwas versteckt in einer Nebenstraße zur Karl-Marx-Allee. Betritt man das helle Café, wird man mit einer solchen Herzlichkeit empfangen, wie man es in Neukölln kaum gewohnt ist. Gegründet wurde das Bichou von Marion Coulondre und Thomas Giese, einem deutsch-französischem Pärchen. Der französische Einschlag ist auf der wöchentlich wechselnden Speisekarte kaum zu übersehen. Das Angebot ist zwar überschaubar, dafür werden täglich alle Gerichte frisch zubereitet und ausschließlich saisonale Produkte verwendet.

Neben einer kleinen Frühstücksauswahl (z.B. belegte Baguettes oder Granola) gibt es Quiches (z.B. Spinat-Bacon und Rote Beete-Feta), verschiedenen Salate, Suppen (z.B. Karotte-Kumin) und ein warmes Tagesgericht (z.B. geschmortes Rind mit Kartoffelbrei). Wer es zum Kaffee lieber süß mag, findet außerdem verschiedene Kuchen und Brioche-Variationen. Besonders zu empfehlen, ist das Mandel-Brioche. Ein kleines Manko gibt es jedoch: Das Bichou hat ausschließlich unter der Woche geöffnet, am Wochenende bleibt das gemütliche Café leider geschlossen.

Bichou, Schönstedtstraße 14, 12043 Berlin-Neukölln, Mo bis Fr 8.00 – 18.00 Uhr, Samstag + Sonntag Ruhetag

YaMe NumNums

Seit einigen Monaten gibt es in Neukölln eine neue Anlaufstelle für Frühstücks- und Brunchliebhaber. Das YaMe NumNums ist ein Familienprojekt der Schwestern My Linh und My Huong Phan. Schon lange wollten die beiden ihr eigenes Frühstückscafé eröffnen – nicht nur mit der Lage haben sie ein gutes Gespür bewiesen. Die Speisekarte ist eine Hommage der beiden Schwestern an das Heimatland ihrer Mutter, Laos: Internationale Frühstücksklassiker wie Shakshuka, Eggs Benedict oder Pancakes werden mit asiatischen Aromen verfeinert, wodurch neue, ungewöhnliche Geschmackskombinationen entstehen. Etwa der herzhafte French Toast mit Brioche, Kimchi, Speck und Spiegelei. Der süßlich-scharfe Ingwer-Sirup gibt den nötigen Kontrast zu der säuerlichen Kimchi-Note und zeigt, dass manche Gerichte erst funktionieren, wenn alle Geschmäcker zusammenkommen. Ein hervorragender Balanceakt, der sich auch durch den Rest der Karte zieht.

YaMe Num Nums, Flughafenstraße 46, Berlin-Neukölln, Di bis So 9 - 17 Uhr, Montag Ruhetag

HOME Café

Das HOME Café ist eine kleine, gemütliche Oase Mitten im Herzen von Neukölln. Auf der Frühstückskarte finden sich alte Bekannte: Granola Bowl, Avocado-Sauerteigbrot, Eggs Benedict. Was das Essen im HOME Café jedoch so besonders macht, ist die Liebe zum Detail. Die Pancakes etwa werden mit hausgemachtem Lemon Curd, Ahornirup, Creme Fraîche und frischen Beeren serviert. Dazu gibt es Specialty Coffee von ausgewählten Röstereien aus Europa und frisch gepresste Säfte, alles organic und möglichst lokal. Auf der Theke finden sich außerdem frisch gebackene Kuchen und leckere Scones. Das Ambiente lädt zum Verweilen ein und im Hinterraum gibt es einen großen Tisch, an dem gearbeitet werden kann. Nach einem ausgiebigen Frühstückt empfiehlt sich ein kurzer Spaziergang zum beliebten Körnerpark, der sich praktischerweise direkt um die Ecke befindet.

Home Café, Jonasstraße 23, 12053 Berlin-Neukölln, Mo bis Fr 9.00 – 18.00 Uhr, Sa bis So 10.00 – 18.00 Uhr

Roamers

Im Neuköllner Roamers gibt es nicht nur einfach Brunch, auf den Tellern werden regelrechte Kunstwerke serviert. Ein Kuchen ist hier nicht einfach nur ein Kuchen, er kommt hübsch verziert mit Blumen, Kräutern und einer Puderzuckerhaube daher. Die Gerichte sehen jedoch nicht nur einladend aus, sie überzeugen auch durch unerwartete Kombinationen. Etwa der „Druk’n Cowboy“, ein Open Faced Sandwich mit geschmolzener Cheddar-Biersoße, Babyspinat, grünem Spargel und einem pochiertem Ei. Dass das Roamers gutes Essen serviert, hat sich mittlerweile rumgesprochen: Das Café ist zu fast jeder Tageszeit brechend voll. Bei dem Ambiente jedoch verständlich, der kleine Raum ist ein urbaner Dschungel, vollgestellt mit Hänge-Pflanzen und allerlei Krimskrams. Etwas wuselig und eng, aber dafür umso aufregender was das Essen angeht.

Roamers, Pannierstraße 64, 12043 Berlin-Neukölln, Di bis Fr 9.30 – 18.00, Sa – So 10.00 -18.00, Montag Ruhetag

21 gramm

Die einstige Friedhofskapelle auf dem St.-Thomas-Friedhof in Neukölln hat eine große Verwandlung hinter sich. Wo einst Leichen präpariert wurden, ist in den letzten Monaten ein echtes Paradies für Frühstücksliebhaber entstanden. Hohe Gewölbedecken, vergilbte Bibel-Zitate in der Wänden, altes Gemäuer – das 21 gramm stahlt einen gewissen Charme aus. Nicht nur die Location ist stimmig, auch die Gerichte passen ins Konzept: Buttermilch-Pancakes mit warmer Blaubeer-Soße, mariniertem Apfel, Ahornsirup und Mascarpone. Oder Labneh mit porchiertem Ei, Chilibutter und Mandeln und Minze. Abends verwandelt sich die einstige Friedhofshalle in eine Weinbar. Dazu gibt es Flammkuchen und Brettchen mit Käse oder Aufschnitt. Ein kleines Highlight für schöne Sommertage ist die angrenzende Terrasse. Umrahmt von Ziegelsteinmauern, zwischen Pflanzen und stimmungsvollen Lichterketten kann man unter freiem Himmel sein Frühstück oder ein Gläschen Wein genießen.

21 gramm. Herrmannstraße 179, 12049 Berlin-Neukölln, Di bis Do 10.00 – 22.00 Uhr, Fr bis Sa 10.00 – 24.00 Uhr, So 10.00 bis 20.00 Uhr

BONA Kollektiv

Keine hundert Meter vom 21 gramm entfernt, befindet sich das BONA Kollektiv. Ein kleines, gemütliches Café, das auf den ersten Blick so unscheinbar wirkt, dass man Gefahr läuft, daran vorbei zu laufen. Spätestens jedoch, wenn man die detailverliebte Königsplatte probiert hat, wir klar, dass das Frühstück im BONA Kollektiv alles andere als unscheinbar ist. Auf der polnisch-italienischen Speisekarte finden sich neben einer süßen und herzhaften Frühstückplatte außerdem Sandwiches, Salate und warme Brunch-Gerichte, wie etwa Pierogi, Gnocchi oder gegrillte Fladenbrote. Italien trifft auf Polen – eine ungewöhnliche Kombination, die im Bona Kollektiv hervorragend funktioniert.

Bona Kollektiv, Herrmannstraße 178, 12049 Berlin-Neukölln, Mo bis Fr 9.00 - 17.00 Uhr, Sa bis So 9.30 -18.30 Uhr

Rudi Marie

Das Rudi Marie befindet sich in einer der beliebtesten Wohngegenden in Berlin. In unmittelbarer Nähe zum Landwehrkanal gibt es das Café bereits seit 2007. Um in einer solchen Lage so lange zu überleben, muss man schon einiges richtigmachen. Vermutlich sind es die unaufgeregte Art und authentische Küche, die das Kiez-Café bei den Bewohnern so beliebt machen. Hier muss man sich hinter keiner durchgestylten Einrichtung oder verrückten Speisekarte verstecken. Man bekommt klassisches Frühstück, das vor allem so gut schmeckt, weil die Zutaten frisch und hochwertig sind. Im Sommer gibt es außerdem eine große Außenterrasse, auf der man neben den Frühstücks-Gerichten auch Suppen, Quiches, Bagels oder frische Waffeln genießen kann.

Rudi Marie. Weichselstrasse 34, 12045 Berlin-Neukölln, Mo bis Fr. 9.00 – 19.00 Uhr, Sa & So 10.00 – 19.00 Uhr

Ungeheuer

Bunt zusammengewürfelte Möbel, guter Kaffee und eine vielversprechend klingende Frühstückskarte. Das Ungeheuer scheint wie gemacht für einen Bezirk wie Neukölln. Man kann zwischen verschiedenen Frühstücks-Optionen wählen, mediterran, vegetarisch, vegan, verschiedene Eierspeisen oder aber das „Ungeheuer Frühstück“, also ein bisschen etwas von allem. Besonders lecker sind die selbstgemachten Dips und das viele Obst auf den Tellern. Abends verwandelt sich das Café in ein Fine-Dining-Restaurant. „Lokal fokussiert und global kunstvoll“, heißt es auf der Website. 2018 wurde das Ungeheuer von den „Berliner Meisterköche" sogar als „Szenerestaurant 2018" nominiert.

Ungeheuer. Emser Straße 23, 12051 Berlin-Neukölln, Fr bis Mo 10.00 – 14.00 Uhr (Frühstück), Do bis Mo 18.30 – 23.00 Uhr (Dinner)