Berlin - Wer reißt als erstes das Zielband von dem Quintett? Drei Künstlerinnen und zwei Künstler, allesamt junge Wahlberliner, haben ihre Bewerbung für den Preis der Nationalgalerie 2021 im Hamburger Bahnhof aufgebaut: Installationen, Bilder, Objekte, Sound. Es sind Werke, die Migration, Zugehörigkeit und Entfremdung zum Thema haben.

Lamin Fofana aus den USA nimmt das Publikum mit ins Reich der Klangbilder, seine elektronische Instrumentalmusik schafft Reflexionen zu Blackness, Flucht und Vertreibung, irritiert mit spirituellen Elementen. Das US-amerikanische Duo Calla Henkel & Max Pitegoff befragt die Logik von sich verändernden öffentlichen und privaten Räumen, ebenso politische und private Allianzen. Als Teilnehmer der 9. Berlin Biennale vor fünf Jahren untersuchten die beiden beispielsweise die privaten und die Amtsräume des damaligen US-amerikanischen Botschafters. Sandra Mujinga aus dem Kongo beschäftigt sich in ihren mythischen Skulpturen mit Fragen der Identität, des Daseins, wechselt nahtlos zwischen virtuellen und realen Räumen von Süd nach Nord. Und die Vietnamesin Sung Tieu verarbeitet anhand von Archivmaterial die Anwerbeabkommen der DDR, die aber die 60.000 „Gastarbeiter aus dem sozialistischen Freundesland“ mit Absicht distanziert und teils rassistisch als Fremde, als lediglich Arbeitsleistende, behandelte.

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