Fundstücke: Sterneküche von Frauen, asiatischer Brunch und ein Berliner Bett

Frauen an den Herd!

Schön, dass unter den neu ausgezeichneten Berliner Sterneköchen endlich wieder eine Frau ist: Dalad Kambhu führt das Kin Dee, was auf Thailändisch „gut essen“ heißt. Seit dem Jahr 2017 findet man es an der Potsdamer Straße zwischen Prostituierten, Krankenhaus und Grundschule. Eine nicht wirklich einladende Gegend. Doch die kreative thailändische Küche hat die Feinschmecker angelockt.

Küchenchefin Dalad Kambhu kocht Gerichte aus ihrer Heimat Bangkok, von ihrer Mutter lernte sie kochen. Im Kin Dee kombiniert sie Tradition mit Zutaten aus Brandenburg. Klassiker sind ihr Beef-Curry, die traditionelle Rübensuppe oder der konfierte Oktopus. Ein besonderes Highlight ist sicherlich das Wildschwein Pad Ped. Dalad Kambhu hatte die Auszeichnung nicht erwartet, schrieb sie mir – jetzt ist die Freude umso größer. Sie ist damit die zweite weibliche Sterneköchin nach Sonja Frühsammer in Berlin. Frauen, da geht noch mehr, oder?

Kin Dee Lützowstraße 81, Tiergarten, Di–Sa ab 18 Uhr, Menü ab 45 Euro

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Brunch mit asiatischem Twist

Seit fünf Monaten gibt es in Neukölln eine neue Anlaufstelle für Frühstücks- und Brunchliebhaber. Das YaMe NumNums ist ein Familienprojekt der Schwestern My Linh und My Huong Phan. Schon lange wollten die beiden ihr eigenes Frühstückscafé eröffnen – nicht nur mit der Lage haben sie ein gutes Gespür bewiesen.

Die Speisekarte ist eine Hommage der beiden Schwestern an das Heimatland ihrer Mutter, Laos: Internationale Frühstücksklassiker wie Shakshuka, Eggs Benedict oder Pancakes werden mit asiatischen Aromen verfeinert, wodurch neue, ungewöhnliche Geschmackskombinationen entstehen. Etwa der herzhafte French Toast mit Brioche, Kimchi, Speck und Spiegelei. Der süßlich-scharfe Ingwer-Sirup gibt den nötigen Kontrast zu der säuerlichen Kimchi-Note und zeigt, dass manche Gerichte erst funktionieren, wenn alle Geschmäcker zusammenkommen. Ein hervorragender Balanceakt – und nicht der einzige, der sich auf der Karte findet. (sls.)

YaMe Num Nums Flughafenstraße 46, Neukölln, Di–So 9–17 Uhr

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Vom Grunewald ins Schlafzimmer

Steve Döschner ist gelernter Forstwirt. Zum Bettenbauer wurde er durch Zufall: Weil er selbst ein Bett aus regionaler Produktion kaufen wollte und nicht fündig wurde, entwickelte er kurzerhand ein Bett, das ausschließlich aus Märkischer Kiefer gefertigt und in Berlin produziert wird. Für Döschner ist es wichtig, dass seine Betten komplett nachhaltig sind. Die gefällten Bäume werden von Pferden aus dem Wald gezogen und in einem lokalen Sägewerk verarbeitet. 

In der Spandauer Förderwerkstatt der Stephanus-Stiftung wird der Kiezbett-Bausatz fertiggestellt. Die Teile des Massivholzbetts kommen per Lastenrad zum Kunden. Das Design ist klassisch unaufgeregt, das Bett selbst soll in 15 Minuten aufgebaut sein – ich habe es selbst nicht getestet. Damit die Berliner Bäume nicht weniger werden, pflanzt Döschner einmal im Jahr mit Schülern vier neue Bäume pro verkauftem Bett.

Kiezbett 140 x 200 cm ab 1330 Euro. Online-Shop: shop.kiezbett.com