Gal Gadot, 35, rettet in ihrer Rolle als Wonder Woman die ganze Welt und kann mithin als starke Frau gelten. Erinnert sei nur daran, dass sie in ihrer Heimat als Soldatin für die israelische Armee kämpfte. Dort wurde sie, aber das nur nebenbei, bei einem Fotoshooting namens „Frauen der israelischen Verteidigungskräfte“ entdeckt und später zur „Miss Israel“ gekürt. Das führte wenig später, nämlich ab 2009, zum Cast bei der testosteronhaltigen Benzin- und Auto-Filmreihe „Fast & Furious“ und damit auch schon zu internationaler Bekanntheit.

„Viel zu lange keine starken weiblichen Heldinnen im Kino“

Die israelische Schauspielerin hat innerhalb kürzester Zeit eine durchaus beeindruckende Karriere vorgelegt, vor allem hat sie sich dabei immer wieder in männlich-geprägten Genres behaupten können. Diesen Erfolg verbindet Gadot mit einer feministischen Mission: „Jungs und Männer haben Superman, Batman und Spiderman, zu denen sie seit Jahrzehnten aufblicken konnten. Für Mädchen und junge Frauen hatten wir viel zu lange keine starken weiblichen Heldinnen im Kino. Alle sprechen immer darüber, Frauen in bestimmten Rollen mehr zu stärken.“

Allerdings sieht Gadot auch einen starken Wandel der Rollenbilder von Mann und Frau in den vergangenen Jahrzehnten. „Wir Frauen von heute unterscheiden uns doch sehr von den Frauen der 1960er-Jahre. Die modernen Frauen haben schon lange die Verantwortung für ihr eigenes Leben übernommen“, sagte sie jetzt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Diese Unabhängigkeit beeinflusse auch die Beziehung zu den Männern, gerade ihnen eröffnete sich eine Chance: „Männer haben jetzt mehr Möglichkeiten, sich emotional weiterzuentwickeln.“

Dazu gehöre nicht nur, so Gadot, dass sie sich intensiver ins Familienleben, etwa bei der Kindererziehung, einbringen. Vielmehr läge es auch im Bereich des Möglichen, dass sie „eine starke Frau an ihrer Seite verkraften“. Bis das allgemeiner Konsens sei, werde es allerdings noch etwas dauern. Ihren eigenen Mann beschreibt Gadot – im Gegensatz zu sich selbst – als Träumer. Er habe sie immer unterstützt und darin bestärkt, das zu tun, was gut für sie sei, sagte sie die Schauspielerin, die zwei kleine Töchter hat. „Ich hätte mich nie in einen Macho verlieben können.“

Seit 2008 ist Gal Gadot mit dem israelischen Geschäftsmann Yaron Versano, 46, verheiratet und lebt mit ihm und den Kindern in Los Angeles. Der Superheldinnenfilm „Wonder Woman 1984“ mit ihr in der Hauptrolle soll in Deutschland ab dem 18. Februar beim Streaminganbieter Sky zu sehen sein. Bereits 2017 erwies sich der erste „Wonder Woman“-Film mit Gadot als ein Kinohit.