BerlinIn meiner alten Heimat Kambodscha standen jeden Tag gegen elf zwei Mönche vorm Haus. Sie hielten große Messingschalen in den Händen und erwarteten eine Gabe: Geld, Reis, Früchte und so weiter. Hatte man etwas hineingelegt, erhielt man einen Segen. Bettelmönche nennt man diese Menschen auf Deutsch. Nichts könnte falscher sein.

Als ich mit dem Abt eines Klosters Bekanntschaft schloss und ihn in seinem Kloster besuchte, erlebte ich, wie er ein paar seiner Mönche zum Betteln losschickte. Die beiden reagierten so missmutig und  genervt wie hierzulande Teenager, denen man befiehlt, ihr Zimmer aufzuräumen. Das Betteln war offenbar keine begehrte Aufgabe, registrierte ich verblüfft, dabei geben die Kambodschaner gern und sind dabei ehrerbietig. In meiner Straße jedenfalls machten sich die Mönche an keinem Haus vergeblich bemerkbar. 

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