Sie hatte sofort Erfolg: Kaum war 1950 Patricia Highsmiths erster Roman „Zwei Fremde im Zug“ erschienen, kaufte Alfred Hitchcock die Filmrechte, und ihr zweiter brachte ihr viel Geld ein. Dass sie „Salz und sein Preis“ (1953) geschrieben hatte, wusste allerdings keiner, weil die Lesbengeschichte unter Pseudonym erschien. Als der Roman schließlich 1990 mit Klarnamen unter dem Titel „Carol“ herauskam, war sie längst eine gefeierte Autorin von sogenannten Psychothrillern. Sie selber nannte es lieber Suspense Novels, Spannungsromane, wobei die Spannung sich nie bei der Auflösung eines Kriminalfalles entwickelt, sondern bei der genussvollen Beobachtung eines Weltuntergangs.

Heute vor 100 Jahren kam sie in der texanischen Provinzstadt Fort Worth zur Welt, wuchs jedoch in New York auf, wo sie schon während des Literaturstudiums merkte, dass sie mit Frauen besser zurechtkam und mehr Spaß hatte als mit Männern; ab und zu veröffentlichte sie eine Kurzgeschichte, ging zu den angesagten Partys und verdiente die 40er-Jahre über ihr Geld mit Texten für das neueste lukrative Segment der Kulturindustrie: mit Comics. „Boom!“, „Nimm das!“ und „Geh aus dem Weg“: Immer erneut ließ sie Superhelden wie The Fighting Yank und Black Terror die Nazis vernichten und die Welt retten. Es war Fließbandarbeit, bei der sie jedoch eine Menge über professionelles Schreiben lernte, das sie stets beherzigen sollte.

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