Gegen Einsamkeit: Kulturpaten für Senioren

Einsam in der Großstadt: Für Menschen ab 65 bietet der Malteser Hilfsdienst in Berlin Kulturpatenschaften an. Neben Theater-, Kino- oder auch Museumsbesuchen...

ARCHIV - Eine ältere Frau lehnt mit ihren Armen an einem Paar Krücken.  lbild/dpa/Symbolbild
ARCHIV - Eine ältere Frau lehnt mit ihren Armen an einem Paar Krücken. lbild/dpa/SymbolbildKlaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentra

Berlin-Der Malteser Hilfsdienst in Berlin will Menschen ab 65 Jahren mit Kulturpatenschaften aus der Einsamkeit helfen. „Wir vermitteln einsamen Berlinerinnen und Berlinern einen Kulturpartner. Denn gemeinsam macht eine Ausstellung, ein Konzert oder vielleicht sogar ein Besuch in der Buchhandlung um die Ecke viel mehr Spaß als allein“, erklärt Projektreferentin Heike Joswig.

Die Kulturbegleiter der Malteser holen die Senioren zu Hause oder an einem vereinbarten Treffpunkt ab, begleiten sie in Bus und Bahn zur gewünschten Kulturveranstaltung und bringen sie nach dem gemeinsamen Besuch von dort sicher wieder zurück.

Die Begleitung sei aber kein Fahrdienst. „Es geht uns darum, ältere Berlinerinnen und Berliner zu motivieren, wieder etwas in Gesellschaft zu unternehmen“, so Joswig. Vor oder nach dem Theater- oder dem Ausstellungsbesuch stehe oft auch noch ein gemeinsamer Kaffee oder ein Getränk auf dem Programm.

Menschen im Rentenalter und darüber hinaus hätten oft niemanden, mit dem sie ausgehen könnten und fühlten sich dadurch einsam, so Joswig. Gerade in der Großstadt wie Berlin sei die Einsamkeit ein ernstzunehmendes Thema.

Die Kulturbegleitungen werden demnach in Zusammenarbeit mit dem Verein „KulturLeben Berlin“ angeboten, der finanziell benachteilgten Menschen kostenlose Besuche von Veranstaltungen ermöglicht. Das Angebot ist Teil des bundesweiten Malteser-Projekts „Miteinander-Füreinander - Kontakt und Gemeinschaft im Alter“. Das Modellprojekt wird vom Bundesfamilienministerium gefördert.

„Das Gefühl der Einsamkeit kann in jedem Alter und in jeder Lebenssituation entstehen. Millionen Menschen in Deutschland fühlen sich einsam“, heißt es auf den Seiten des Ministeriums. Es gehe diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe deshalb in einem breiten Prozess an - mit einer Strategie gegen Einsamkeit. Das Ministerium fördert auch weitere Projekte, die der Einsamkeit von Menschen entgegenwirken sollen.