Katzen haben eine einfache Problemlösestrategie. Wenn etwas in ihr Leben tritt, das ihre Ordnung bedroht, wird es hinsichtlich seiner Gefährlichkeit beurteilt und dann verjagt, gemieden oder integriert. Meist ist letzteres der Fall. Einmal kurz dran reiben und mit dem eigenen Geruch versehen und das Leben kann mit neuem Mobiliar weitergehen.

Menschen mögen es komplizierter, und das liegt an ihrer Fantasie. Die Phase der Beurteilung umfasst nicht nur die Überprüfung realer Gefahren (bewegt sich etwas? wächst es? beißt es?), sondern auch die Erwägung alles Möglichen. Und das dauert nicht nur, sondern nimmt oft die gesamte Energie in Beschlag. Immer wieder muss von dem neuen Objekt, das da im eigenen Lebensraum gelandet ist, erzählt werden, es wird beschrieben und ausgedeutet und die Klage, dass der Weg darum herum jetzt ein anderer, womöglich längerer geworden ist, wird mitunter gar zur Erkennungsmelodie einer Person.

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