Gestern kamen nicht nur vier Gema-Vertreter aus drei Städten in Berlin zusammen, um ihr Verhandlungsergebnis mit Herrn Quirini vorzustellen. Klaus Quirini selbst ist der Einladung gern gefolgt, auch um sich mal die Hauptstadt anzusehen, wie er munter erzählt.

Und ja, das hat er sich auch verdient. Schließlich haben er und sein Kollege Udo Starkens aus Düren, Nordrhein-Westfalen, mit der Gema die ganzen Verhandlungen über die Diskothekenbranche geführt. Nicht der große Hotel- und Gaststättenverband Dehoga, nicht die Bundesvereinigung der Musikveranstalter oder gar die Club-Verbände, nein, es war Herr Quirini vom VDM (Disc-Jockeys), DDU (Diskotheken-Unternehmer) und DDO (Disk-Jockey Organisation), alles Verbände mit vielleicht 300 Mitgliedern, die er selbst gegründet hat.

Er, Klaus Quirini, der der Gema nie so feindselig gegenüberstand wie etwa die Club-Betreiber, die die neuen Tarife als ruinös geißeln. Klaus Quirini dagegen sagt: „Ich habe 52 Jahre gut mit der Gema zusammengearbeitet. Immer, wenn individuelle Probleme auftraten, wurden sie gelöst. Nun ist uns die Gema wieder sehr entgegengekommen.“ Viele seiner Mitglieder seien anfangs besorgt gewesen, dann merkten sie: „Ach, das wird ja gar nicht so schlimm!“ Nicht so schlimm? Vertritt einer seiner Vereine auch einen Club aus Berlin? Sicher, sagt Herr Quirini, er wüsste nur gerade nicht, welchen.

Die Gema darf das

Die Gema darf sich ihre Verhandlungspartner aussuchen und muss nicht mit den Querulanten zu Potte kommen. Sie darf erzählen, dass sie ihre Tarife einfacher und gerechter gestalten will und gleichzeitig Einführungsnachlässe, Staffelzuschläge, Sondernachlässe und Härtefallnachlässe gewähren. Und zwar mit wem sie will. Bestimmt verhandelt es sich mit Herrn Quirini netter als mit Club-Vertretern. Das einzig Gute daran: Die Ergebnisse gelten für alle. Was mit den Schützen, den Karnevalisten, mit Herrn Quirini ausgehandelt wurde, gilt für alle, außer die 20 Prozent Vereinsnachlass.

Einiges Nützliches ist darunter, man kann sagen, die Gema hat nachgegeben. Die Reform beginnt im April statt im Januar 2013, die Einführungsnachlässe gelten fünf Jahre, die Zeitzuschläge wurden auf 25 Prozent halbiert und gelten erst nach der 8. Stunde statt nach der 5. Mit vielen anderen Verbänden, etwa dem Olympischen Sportbund sei man auf einem guten Weg, so die Gema. Aha, erst gilt: 10 Prozent für alle, dann verhandelt jeder seins. So sehen einfache und gerechte Tarife für alle aus. Ganz einfach.