Das Staatsfernsehen sendet, was das Volk glauben soll, und dient der Überwachung; Tatsachen werden verdreht, die Sprache kontrolliert, wer der Regierung widerspricht, muss mit harten Strafen rechnen. Das kommt Ihnen bekannt vor? Meinen Sie etwa, hier ist vom Umgang mit der Corona-Pandemie die Rede? Nein, ich weise auf einen der erfolgreichsten Romane des 20. Jahrhunderts hin: George Orwells „1984“. An dem kommt im neuen Jahr niemand vorbei.

Das Buch, 1949 erstmals im englischen Original erschienen, wurde nicht nur in der Zeit des Kalten Krieges stets mit einer doppelten Botschaft gelesen. Der Autor hat Gedankenpolizei und Neusprech aus eigener Erfahrung mit Polizeigewalt, Krieg und Stalinismus in den Roman gewoben. Seine Dystopie schien ihm nicht unvorstellbar fern, deshalb wählte er die Jahreszahl als Titel. Nun haben wir das Jahr 1984 längst überstanden, die im Roman beschriebenen Überwachungsmethoden hatten ihre Prüfung in der Realität. Heute mag Demokratie weiter verbreitet sein als damals, verletzlich bleibt sie weiterhin.

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