Verdammt, da rotzt ihm eine Werferbatterie eine Serie von Granaten dicht vor die Füße. Ein Splitter reisst ihm ein Loch in den Ärmel. Noch mal Schwein gehabt! In einem Kellerloch muss er Deckung nehmen, bis der schlimmste Feuerzauber vorüber ist. Dann schafft er im Laufschritt, immer im Zickzack, eine gute Strecke des Wegs bis zur nächsten Straßenecke.“ Die Reportage über den „Melder im Ruinenfeld“ war das letzte, hastig in die Setzmaschine gehackte Werk eines Reporters aus Joseph Goebbels’ journalistischer Elitetruppe. Aber es fand keine Leser mehr. Die druckfrischen Exemplare des „Panzerbär – Kampfblatt für die Verteidiger Groß-Berlins“ vom 29. April 1945 blieben in den Kellern des zerschossenen Zeitungsviertels in der Kochstrasse liegen. Vor der Tür stand die Rote Armee. Am nächsten Tag erschoss sich Hitler, seine Leiche wurde von Getreuen verbrannt. Am 8. Mai 1945, heute vor 67 Jahren, wurde die Kapitulation unterschrieben. Damit ging auch ein verruchtes Kapitel des deutschen Journalismus zu Ende. Der Propaganda-Zug z.b.V. Feldpostnummer 67700, verantwortlich für den „Panzerbär“, hatte sich in den Trümmern verloren.

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