Gina Carano, 38, fällt schon seit geraumer Zeit durch rassistische und antisemitische Äußerungen sowie allerlei Verschwörungsfantasien in den sozialen Medien auf. Nicht erst seit gestern wurde deswegen immer wieder die Forderung laut, der unter anderem in der „Star Wars“-Serie „The Mandalorian“ mitwirkenden Schauspielerin keine Plattform mehr zu geben. Nun hat immerhin der Disney-Konzern reagiert und sie aus der Sternenkriegs-Saga geworfen: Sie wird ihre Rolle als Kopfgeldjägerin Cara Dune in neuen Staffeln der Serie nicht weiterführen und auch nicht in anderen „Star Wars“-Ablegern mitspielen.

Antisemitische Verharmlosung

In einem am Donnerstag von dem Internetportal deadline.com und anderen Branchendiensten zitierten Statement der Produktionsfirma Lucasfilm heißt es: „Gina Carano steht aktuell bei Lucasfilm nicht unter Vertrag und es gibt auch keine Pläne für künftige Projekte mit ihr. Ihre Posts in sozialen Medien verunglimpfen Menschen wegen ihrer kulturellen und religiösen Identität, sie sind abscheulich und inakzeptabel.“ Zuvor hatten US-Medien auf einen inzwischen gelöschten Instagram-Post von Carano hingewiesen, in dem sie die Spaltung der US-Gesellschaft mit den Anfängen der Verfolgung der Juden in Nazi-Deutschland verglichen hatte.

Laut dem Branchenblatt Variety hatte in dem Post vom Dienstag gestanden: „Juden wurden auf der Straße nicht von Nazisoldaten, sondern von ihren Nachbarn geschlagen … sogar von Kindern“. In einem anderen Beitrag hieß es: „Die meisten Menschen wissen heute nicht, dass die Regierung ihre eigenen Nachbarn dazu brachte, sie einfach dafür zu hassen, Juden zu sein, um an den Punkt zu gelangen, an dem Nazisoldaten leicht Tausende von Juden zusammentreiben konnten. Wie unterscheidet sich das davon, jemanden für seine politischen Ansichten zu hassen?“ Auf Twitter folgte daraufhin massive Kritik unter dem Hashtag #FireGinaCarano.

Carano verglich also sich selbst – als konservative Republikanerin in der Opferrolle – mit der Situation der Juden im Dritten Reich. Aber diese antisemitische Gleichsetzung und Verharmlosung sowie angesichts der politischen Vorgänge in den USA auch kontrafaktische Täter-Opfer-Umkehr war nicht ihr einziger Coup. So äußerte sie sich spöttisch über das Tragen von Masken in der Corona-Pandemie oder bezweifelte den Selbstmord von Jeffrey Epstein. Carano stellte auch infrage, ob die Stimmenzählung bei den US-Präsidentschaftswahlen rechtens war, und sprach von Wahlbetrug – so wie auch Präsident Donald Trump.

Bereits im November forderten deswegen viele „Star Wars“-Fans ihre Entlassung. Allerdings trendete in sozialen Netzwerken neben der Kampagne #FireGinaCarano (Schmeißt Gina Carano raus) auch eine Gegenbewegung mit dem Hashtag #WeLoveGinaCarano (Wir lieben Gina Carano). Jetzt, nach der deutlich verlorenen Wahl Donald Trumps, positionierten sich Lucasfilm und Disney endlich eindeutig.