Sich gemütlich aufplustern und nach Maden krähen. Ein Amseljunges lässt sich Zeit mit der Selbständigkeit.
Foto: imago images/Philippe Ruiz

Berlin - Das Bild changiert: Ist das braune Etwas auf der Wiese ein Holzklotz, ein Stein oder doch ein Vogel? Ich schleiche mich an und sehe aus den Augenwinkeln, wie ein Amselpaar – braunes Weibchen, schwarzes Männchen – in verschiedene Richtungen wegspringt. Wenn das braune Etwas eine Amsel wäre, müsste es doch auch wegspringen. Schon wegen des Warngezwitschers seiner Artgenossen. Andererseits wird es wohl auch kein Holzklotz sein, weil ein solcher keine Augen hat, die er aufschlagen könnte. Und dieses Etwas da ist soeben erwacht und schaut mich zweifellos mit Augen an.

Also doch eine Amsel. Still sitzt sie in ihrem Federmuff und scheint äußerlich geradezu beleidigend desinteressiert. Aber das ist eine Pose. Durch das Zucken des Auges, mit dem mich der Vogel abscannt, verrät sich sein spannungsreiches Krisenmanagement. Abzuwägen sind folgende Fragen: Ist der Riese Feind oder Freund? Nähert er sich zufällig oder in feindlicher Absicht? Hält meine Tarnung oder bin ich entdeckt? Weiß der sich nähernde Typ, dass Holzklötze keine Augen haben?

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