Berlin - Ende der 1980er-Jahre traute sich ein kleiner West-Berliner Verlag, eine Anthologie mit dem Titel „Nie wieder Berlin“ herauszugeben. Entgegen der naheliegenden Mutmaßung, dass es sich dabei um bösartige Schmähreden wider die Halbstadt handeln würde, enthielt der Band natürlich lauter versteckte Liebeserklärungen. Das aber wussten die Passanten einer Charlottenburger Einkaufsstraße nicht, die während des Fotoshootings für das Titelbild wüst opponierten. Für die Aufnahmen hatte ein muskulöser junger Mann eigens den Oberarm entblößt, um sich ein schickes Tattoo mit dem Titel zwar nicht stechen, aber doch aufmalen zu lassen. Die Berliner, Ost wie West, halten viel aus, aber wenn es um das von außen herangetragene Lebensgefühl ihrer Stadt geht, verstehen sie keinen Spaß.

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