Akzente setzen und die Stimmung wandeln zu Gunsten Deutschlands – das ist die Aufgabe der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. So formuliert es zumindest der CSU-Politiker Peter Gauweiler, der dem gleichnamigen Unterausschuss im Bundestag vorsitzt. Gemeinsam mit den Kulturpolitikern der SPD in diesem Gremium will die Union nun einen Zuschlag von sieben Millionen Euro auf die bereits bewilligten 208 Millionen Euro für die wohl wichtigsten deutschen Kulturmittler im Ausland, die 160 Goethe-Institute, erreichen. Diese haben in den vergangenen Jahren zwar kaum an ideeller, aber einiges an finanzieller Unterstützung unter den wechselnden Regierungen eingebüßt.

Vor allem in der Zeit der rot-grünen Regierung bröckelte die dritte Säule der Diplomatie, wie die auswärtige Kultur- und Bildungspolitik seit einem entsprechenden Zitat von Willy Brandt genannt wird. Das Goethe-Institut geriet in eine Strukturkrise, nachdem das für zwei Drittel der Finanzierung zuständige Auswärtige Amt unter dem Grünen Joschka Fischer drastisch die Mittel kürzte. Am Ende seiner Amtszeit mussten 27 Institute geschlossen werden. Fischers Nachfolger, der Sozialdemokrat Frank-Walter Steinmeier, maß der Kulturpolitik wiederum große Bedeutung bei, unterstützte die Umstrukturierung der Institute und hob den Etat etwas an. Das änderte der Liberale Guido Westerwelle, der 15 Millionen Euro strich und sich zudem an einer Akzentverschiebung versuchte: Auswärtige Kulturpolitik sollte für den Standort Deutschland werben und helfen, hoch qualifizierte Fachkräfte ins Land zu locken. Der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, teilte die Gewichtung nicht und nannte die Arbeit in Entwicklungs- und Schwellenländern, aber auch in Krisengebieten, mit der Demokratiebewegungen und zivilgesellschaftliche Strukturen gestärkt werden sollen, einen zunehmend wichtigen Schwerpunkt. Nun ist Guido Westerwelle nicht mehr im Amt, Klaus-Dieter Lehmann hingegen schon. Und mit dem ins Auswärtige Amt zurückgekehrten Frank-Walter Steinmeier und der neuen Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat das Goethe-Institut zwei leidenschaftliche Unterstützer an entscheidenden Stellen zurückgewonnen.

Das ist auch angebracht, wächst doch das Interesse in der Welt an Deutschland und nicht zuletzt an der deutschen Sprache. Das zeigte überraschend, aber sehr anschaulich eine Studie des britischen Senders BBC zum Ansehen der EU-Staaten und sechzehn weiterer Länder im Mai vergangenen Jahres: Deutschland war demnach das beliebteste Land der Welt. Das ist ein Vorteil, den man nutzen könnte.