Berlin - Was bewegt Feministinnen und Frauenrechtler nach über zwei Jahren Pandemie, nach mehreren Tausend Jahren Patriarchat? Denken Frauen in Südamerika darüber anders als in Europa? Und welchen Beitrag kann und muss die Kunst dazu leisten? Fragen, die das vom Goethe-Institut organisierte Festival „Frequenzen. Feminismen global“ im Mai beantworten will. Am Mittwochvormittag wurde das Programm nun vorgestellt.

Generalsekretär Ebert: Krisen wirken auf Männer anders als auf Frauen

Künstler, Aktivistinnen, Wissenschaftlerinnen und Performer aus vier Kontinenten wollen vom 19. bis 21. Mai im Prenzlauer Berg zusammenkommen, feministisch debattieren, Antworten finden, aufklären. Auch, weil man bei allen aktuellen Krisen genau sehen könne, wie „sie ihre ganz eigenen Auswirkungen auf Frauen haben, das Frauen auf ihre ganz eigene Weise betroffen sind“, so der Generalsekretär des Goethe-Instituts, Johannes Ebert.

Anspruch des dreitägigen Festivals sei es, so Ebert, dass Stimmen aus der ganzen Welt „zum Austausch, zur Debatte und zur längerfristigen Vernetzung“ zusammengebracht werden müssten: „Das Zusammenleben funktioniert erst dann gut, wenn Gleichberechtigung erreicht ist.“ Er teile die Überzeugung des Goethe-Instituts, dass eine gleichberechtigte Teilhabe der Geschlechter grundlegend für just dieses Zusammenleben sei.

Künstlerischer Widerstand gegen das Patriarchat

Eröffnet wird „Frequenzen. Feminismen global“ am Donnerstagabend mit der Diskussion „Feministischer Widerstand in der Kunst“. Sprechen werden Urvashi Butalia, eine indische Verlegerin, eine Textilkünstlerin aus den USA sowie Nabila Horakhsh, eine afghanische Künstlerin, die sich insbesondere mit dem Widerstand gegen patriarchale Strukturen beschäftigt.

Auch Gewalt gegen Frauen, eines der schwerwiegendsten Probleme im Patriarchat – die Zahl der Feminizide in Deutschland steigt seit Jahren an –, wird im Mai auf der Tagesordnung stehen. Zum Wochenausklang sprechen Meena Kandasamy, Valeria España, Hannah Beeck und Lujan Pinelo am Freitag beim Programmpunkt „Feminizide und Gewalt gegen Frauen“ dazu.

Beeck und Pinelo haben vor einigen Jahren die Feminizidmap gestartet, eine Online-Datenbank, die Frauenmorde in Deutschland dokumentiert. Die argentinische Juristin España legt in ihrer Arbeit besonderen Fokus auf Gerichtsurteile zu Feminiziden in südamerikanischen Ländern, hat für das Goethe-Institut Bolivien außerdem am Projekt „Das Jahrhundert der Frauen“ mitgearbeitet.

Das ganze Festivalprogramm ist seit Mittwoch online einsehbar, kostenlose Karten können ebenfalls über die Homepage bestellt werden.


Frequenzen. Feminismen global. 19.–21. Mai, Pfefferberg-Theater. Schönhauser Allee 176, 10119 Berlin. Kostenlose Anmeldung online