Goethe-Institut will mehr Fachkräfte fit machen

Das Goethe-Institut will sich bei der Vorbereitung von internationalen Fachkräften für Deutschland weltweit stärker engagieren. „Der Fachkräftemangel in Deut...

ARCHIV - Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts, spricht bei einer Veranstaltung.  dpa/Archivbild
ARCHIV - Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts, spricht bei einer Veranstaltung. dpa/ArchivbildBritta Pedersen/dpa-Zentralbild/

Berlin-Das Goethe-Institut will sich bei der Vorbereitung von internationalen Fachkräften für Deutschland weltweit stärker engagieren. „Der Fachkräftemangel in Deutschland wird sichtbar“, sagte der Generalsekretär des Instituts, Johannes Ebert, am Dienstag in Berlin. Studien zufolge müssten jährlich etwa 400.000 Fachkräfte nach Deutschland kommen, um hiesige Standards zu halten. „Deutschland steht in Konkurrenz zu anderen Ländern“, sagte Ebert. „Bei der Willkommenskultur gibt es durchaus noch Luft nach oben.“

Der Schlüssel für einen Erfolg in Deutschland sei gute Vorbereitung auf Sprache und Gesellschaft. Das Institut will dafür die sogenannte Vorintegration intensivieren. Angesichts der notwendigen Zahl wolle das Institut hier „nach oben skalieren“.

Angesichts von Krieg und Energiekrise und den damit verbundenen Kosten ist laut Ebert „das Debattenklima spürbar rauer geworden“. Auch das Goethe-Institut werde seinen Beitrag leisten müssen. Bis Jahresmitte soll in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt ein Konzept für Neuorientierungen vorgelegt werden, um bisher gesperrte gut 14 Millionen Euro zu bekommen. Der Haushalt für das Goethe-Institut war erst nach langen Verhandlungen nicht gekürzt worden. Für 2023 stehen nun bis zu 235 Millionen Euro bereit.

Carola Lentz, Präsidentin des kulturellen Aushängeschilds Deutschlands, wandte sich gegen eine Instrumentalisierung von Kulturpolitik. Für das Goethe-Institut könne es „nicht um eine eng gefasste Soft-Power-Politik gehen, nicht um einseitiges Werben für Deutschland oder das einfache kulturelle Übersetzen deutscher Interessen“. Die Welt warte nicht darauf, belehrt zu werden. „Freunde für unser Land gewinnen wir durch Eintreten für unsere gemeinsamen Werte von Demokratie und Offenheit, vor allem aber auch durch Respekt für Vielfalt, durch interessiertes, engagiertes Zuhören und durch die vertrauensvolle, enge Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Partnern“, sagte Lentz.

Die Goethe-Institute arbeiteten weltweit in vertrauensvollem Austausch daran, „Freiräume offenzuhalten oder sie überhaupt erst zu schaffen und Zensur zu umschiffen“. Zu Schutzmaßnahmen gehöre auch die Kulturarbeit mit und in der Diaspora.

Das Goethe-Institut ist für weltweite Kulturarbeit zuständig. Mit 158 Instituten in 98 Ländern fördert es Deutschkenntnisse im Ausland, knüpft internationale kulturelle Kontakte und vermittelt ein aktuelles Deutschlandbild. Durch Kooperationen verfügt das Institut nach eigenen Angaben über insgesamt etwa 1000 Anlaufstellen weltweit.