Goldene Kamera: Die Stars des Abends

Hape Kerkeling meldete sich nach einem Jahr Sendepause als Moderator zurück. Al Pacino (72), Joe Cocker (68) und Dieter Hallervorden (77) wurden für ihr Lebenswerk gefeiert. „Was für eine Show“, fand Pacino. Ihm gefielen die fehlenden Werbepausen: Darüber solle Amerika mal nachdenken. Kerkeling machte sich über seine eigenen Pfunde lustig und riss Sprüche zur gerade schwelenden Sexismusdebatte und Rainer Brüderle. „Es gibt schlimmere Typen als ihn“, sagte er und schlüpfte kurz in seine Paraderolle, den schmierigen Journalisten Horst Schlämmer.

Hans-Dietrich Genscher hielt die Laudatio auf die Fernseh- und Comedy-Legende Hallervorden. „Was für ein Künstler, was für ein Werk“, schwärmte der 85 Jahre alte frühere Außenminister. Hallervorden dankte mit Kabarett: „Ich habe die große Begabung, Lob und Anerkennung in unbegrenztem Maße ertragen zu können.“

Sigourney Weaver („Alien“, „Gorillas im Nebel“) hatte feuchte Augen, als Heino Ferch sie als beste internationale Schauspielerin lobte. „Ich möchte meinen vielen deutschen Stimmen danken“, sagte die 63-jährige Amerikanerin auf Deutsch und schwärmte von der Brecht-Inszenierung im Berliner Ensemble, die sie am Vortag gesehen hatte.

Michelsen und Hübner beste deutsche Schauspieler

Als beste deutsche Schauspieler wurden Claudia Michelsen (43) und Charly Hübner (40) ausgezeichnet – sie für ihren Part in der Literaturverfilmung „Der Turm“, er für das Psychodrama „Unter Nachbarn“. Beide Filme sind ARD-Produktionen. Vom ZDF kommt der diesjährige beste Fernsehfilm, Matti Geschonnecks Justizdrama „Das Ende einer Nacht“. Claus Kleber wurde zum besten Nachrichtenmoderator gekürt. Der Graf, Sänger und Frontmann der Band Unheilig, war aufgeregt, als er seine Trophäe abholte. „Ich bin von Kind an Stotterer.“

Max von der Groeben, Sohn der Sportmoderatorin Ulrike von der Groeben, wurde von Kerkeling mit dem Nachwuchspreis regelrecht überrumpelt. Er bekam zudem ein Auto als Geschenk. „Ich hab noch keinen Führerschein“, sagte der 21-Jährige. Und bedankte sich vielmals.

Markus Lanz verteidigte das von ihm moderierte ZDF-Flaggschiff „Wetten, dass..?“, über das sich die „New York Times“ vergangene Woche mokiert hatte. „Die Leute lieben diese Sendung, und ich liebe sie auch“, sagte Lanz vor der Show. Balsam für ihn: „Wetten, dass..?“ bekam den Preis der „Hörzu“-Leser für die beste Unterhaltungsshow. Und er nutzte die Gelegenheit, die anwesenden Hollywoodstars einzuladen. Falls sie Lust hätten auf ein bisschen Kindergeburtstag, Sackhüpfen oder Ähnliches: „Fragen Sie Tom Hanks, der hatte großen Spaß.“ (dpa)