Antoni Gaudi i Cornet ist am 25. Juni 1852 in der kleinen Stadt Reus südlich von Barcelona geboren, er entstammte einer Handwerkerfamilie. Sein Vater war Kupferschmied, sein Großvater Töpfer, und beide gaben ihm die Liebe zum Detail, zum Handwerk mit auf den Weg.

Doch Gaudís Hauptinspiration war die Natur. Für ihn war sie "das große Buch, immer offen, das wir uns zwingen sollten zu lesen". Er selber las darin schon als Kind.

Da er unter schwerem Rheuma litt, musste er viel spazieren gehen und schloss sich einer Wandervereinigung an. Dabei wurde er zum intensiven Beobachter von Flora und Fauna. Die Formen von Bäumen und Blumen, von Muscheln oder Reptilien dienten ihm als Vorlage für Bauten und Möbel. So originell sie sind - die Ästhetik war für den Künstler kein Selbstzweck. Mit ihr wollte er vor allem auf den verweisen, der Flora und Fauna hervorgebracht hat: Gott, den Schöpfer. Ihm widmete Gaudí sein ganzes späteres Werk.

Nachdem Antoni Gaudi Wohnhäuser für wohlhabende Bürger, einen Palast, einen Park und die Arbeitersiedlung Colònia Guell im Auftrag seines Mäzens Eusebi Guell entworfen hatte, arbeitete er von 1914 bis 1926 wie ein Besessener an der Sagrada Familia. Er lebte nur noch für die fixe Idee, aus dem Sühnetempel die Kathedrale des zwanzigsten Jahrhunderts zu machen. Als er 1926 von einer Straßenbahn angefahren wurde, starb er völlig mittellos in einem Armenhospital. (BLZ)