Berlin - Die Gegenwart, besonders die österreichische, lässt Elfriede Jelinek nicht im Stich. Die Literaturnobelpreisträgerin muss nur das Radio anschalten, um Material für ihren inneren Textgenerator im Überfluss vorzufinden. Wobei es eigentlich immer derselbe Text ist, der inhaltlich anschwillt, sich immer neu bestätigt und für die Ewigkeit aktualisiert.

Für „Schwarzwasser“, das im Februar 2020 im Burgtheater uraufgeführt wurde und am Mittwoch mit einen knappen Jahr Corona-Verspätung im Neuen Haus des Berliner Ensembles in der Regie von Christina Tscharyiski zur Premiere kam, speist sie die Ibiza-Affäre ein: In einer langen Partynacht in einem verwanzten Bungalow werben der einstige Vizekanzler Heinz-Christian Strache und sein Clubobmann Johann Gudenus bei einer russischen Oligarchennichte ein und zeigen sich in einem bizarren Ausmaß korrupt und verbrecherisch. Das Video wurde 2019 veröffentlicht und führte zum Sturz der österreichischen Regierung.

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