Scheune de luxe: Entwurf für das Museum des 20. Jahrhunderts am Kulturforum.
Foto: Pressebilder der Stiftung Preußischer Kulturbesitz/Herzog & de Meuron

BerlinDer Kostenplan ist abgenickt: Am Donnerstag bewilligte der Haushaltsausschuss des Bundestages 364 Millionen Euro für den Bau eines neuen Museums des 20. Jahrhunderts am Berliner Kulturforum. Statt der ursprünglich veranschlagten 200 Millionen Euro rechnet man im Kulturministerium nun mit einer Gesamtsumme von 450 Millionen, inklusive erwartbarer Baukostensteigerungen und Risikozuschlag.

Pro Quadratmeter doppelt so teuer wie die Osloer Nationalgalerie im Hochpreisland Norwegen

Sicher, von der Reichstagskuppel aus gesehen sind 400 Millionen eine überschaubare Summe. Aber dieses Museum ist damit pro Quadratmeter etwa vier mal teurer kalkuliert als die gerade eröffnete Kunsthalle in Mannheim, und mehr als doppelt so teuer wie die Osloer Nationalgalerie im Hochpreisland Norwegen. Und zwar deswegen, weil das Projekt immer größer und immer tiefer im Erdboden versenkt wurde. Das hatte selbst Monika Grütters' Ministerium in einem Bericht vom 5. November zugegeben.

Auch viele Einwände jenseits der Kostenfrage bleiben gewichtig. Der Glastempel der Neuen Nationalgalerie Mies van der Rohes droht damit in der Gesamtschau an den Rand des Kulturforums geschoben zu werden; die Betriebskosten der Staatlichen Museen werden zusätzlich belastet; und umwelttechnisch könnte sich der neue Stahlbeton-Bau im wasserreichen Untergrund als Fiasko erweisen.

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gibt sich dennoch optimistisch. "Ich bin sicher, dass auch die Kritiker die Chancen dieses Neubaus von Herzog & de Meuron erkennen werden", erklärte Hermann Parzinger am Donnerstag nach dem "Go!" aus dem Bundestag. "Wir wissen, dass die Kosten für das Projekt hoch sind. Gerade deshalb werden wir ein enges Monitoring haben, um den jetzt vorgegebenen Finanzrahmen einzuhalten."