Wie nah uns ein Musiker der Vergangenheit kommt, hängt auch damit zusammen, wie er medial auf uns gekommen ist. Beethovens unfotografierte Erscheinung bleibt ein Gerücht. Die Generation der um 1810 Geborenen rückte in ihren mittleren Jahren ins Lichtbild. Von Gustav Mahler, um den es hier geht, gibt es bereits ein Kinderfoto und Schnappschüsse im Kreis von Familie oder Kollegen. Dafür starb Mahler, bevor er gefilmt oder aufgenommen werden konnte, während sein Zeitgenosse und Konkurrent Richard Strauss alt genug wurde, um vor Mikrofon und Kamera zu dirigieren und zu sprechen.

In eines der frühesten Musikaufzeichnungs-Systeme indes hat Mahler sich allerdings doch einschreiben können: Wie viele andere berühmte Kollegen hat er eigene Musik auf einem Welte-Mignon-Klavier gespielt, einer Apparatur, die den pianistischen Vortrag samt Anschlagsnuancen auf einem Lochstreifen codiert, den man später einlegen kann, um die Interpretation wieder auf einem Klavier abzuspielen.

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