Half Japanese waren Post vor Punk. Gegründet in den mittleren Siebzigern verwiesen die Brüder Jad und David Fair auf ihrem Triple-Debüt von 1980 darauf, dass sie nicht drei, sondern gar keine Akkorde benötigen und verzichteten gleich noch auf Melodie und Rhythmus. Selbst ihre geshouteten Coverversionen von Bob Dylan, Lou Reed oder den Temptations beruhten allein auf Lust und Willen.

Logischerweise wurden sie – es waren eben die Achtziger – damit sofort zur Kultband, verehrt von Noise- und Indiekollegen, von vergessenen Legenden wie Don Fleming und weniger vergessenen wie Sonic Youth, R.E.M. und Kurt Cobain. Letzterem haben sie sogar ein paar Sekunden betrüblichen Mainstreamruhms zu verdanken: der Nirvana-Frontmann trug ein Half-Japanese-T-Shirt, als er sich 1994 erschoss.

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