Der australische Sänger Angus Stone von der Band „Angus & Julia Stone“ trat mit seinem Soloprojekt „Dope Lemon“ 2019 zum Auftakt des Reeperbahn-Festivals im TUI Operettenhaus auf.
Foto: dpa/Axel Heimken

HamburgKonzerte fallen aus, Festivals werden abgesagt, Tourneen verschoben: Für Musikveranstalter und Konzertgänger ist es bisher kein schönes Jahr. Doch das Reeperbahn Festival in Hamburg will das ändern – mit einer „pandemiegerechten Umsetzung“, wie es in einer Pressemitteilung des Veranstalters heißt.

Demnach erarbeite das Festivalteam mit den Behörden ein Szenario, in dem es trotz Hygiene- und Abstandsvorgaben möglich sein wird, die mehrtägige Großveranstaltung auch in diesem Jahr vom 16. bis 19. September durchzuführen. Wie das konkret umgesetzt werden soll, ist offiziell noch nicht bekannt gegeben. In der Pressemitteilung heißt es, das Reeperbahn Festival erstelle mit allen teilnehmenden Spielstätten individuelle Konzepte, „deren Anwendung den Clubs, Konzerthäusern und Theatern nicht nur den Einstieg in einen Betrieb unter Pandemie-Bedingungen ermöglicht, sondern auch für andere Häuser in ähnlicher Größenordnung adaptierbar sein soll“.

Fest steht, dass sich das Festival wie alle anderen Veranstaltungen nach der erforderlichen geringeren Besucheranzahl richten muss. Da beim Reeperbahn Festival viele Konzerte in kleinen und mittelgroßen Clubs stattfinden, ähnlich wie beim Torstraßen Festival in Berlin, sollte dies jedoch nur eine minimale Veränderung sein. Anders sieht es beim Line-Up aus.

Beim Reeperbahn Festival werden nun überwiegend europäische und deutsche Künstler auftreten

Internationale Acts aus Übersee werden aufgrund der aktuellen Pandemie ausbleiben. Das Programm soll sich aus überwiegend europäischen und deutschen Künstlern zusammensetzen. „Der Umfang des Programm-Angebotes sollte sich allerdings nicht wesentlich verändern“, versprechen die Macher. Bisher sind Künstler wie Anna Calvi, Wewal und Drangsal bestätigt. Auch Ilgen-Nur und Ätna stehen auf dem Plan.

Die Festivalmacher sind bekannt für ein stets gutes und internationales Programm, zu dem auch ein Musikpreis sowie Musikkonferenzen gehören. Über Letzteres sagt Alexander Schulz, CEO des Reeperbahn Festival: „Wir erwarten fundamental veränderte Themenschwerpunkte.“ Die neuen Fragestellungen würden von der Bedeutung von Kultur im gesamtgesellschaftlichen Wertekanon, über wirtschaftliche Existenznöte bis hin zu praktischen Maßnahmen zum sukzessiven Wiedereinstieg in den Geschäftsbetrieb reichen. Man wolle sich diesen Themen endlich wieder im persönlichen Austausch widmen.

Im vergangenen Jahr war das Reeperbahn Festival auch in anderen Ländern zu Gast. In diesem Jahr sind etwa Termine in Peking und Nashville geplant. Ob sich diese umsetzen werden, ist noch ungewiss. Auf ihrer Webseite wollen die Veranstalter regelmäßige Updates geben. Den Verantwortlichen sei bewusst, dass die Lage nach wie vor sehr dynamisch und unberechenbar bleibe. „Aber nach allem, was wir heute von den für uns zuständigen Behörden wissen, glauben wir an einen langsamen, behutsamen und geregelten Weg in eine neue Ära der Kulturpräsentation und Kulturwirtschaft mit und nach Corona.“

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Liebe Leute, ⁠ wie auch ihr, verfolgen wir die Lage in der Welt und besonders in der Kulturlandschaft mit Sorge, aber auch mit der Zuversicht, dass es ein Leben nach Corona gibt. Versammlungsverbote, Konzertausfälle, Festivalabsagen, Tourneeverschiebungen: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie stellen Kulturwirtschaft, den Bereich Live-Entertainment und davon insbesondere auch junge Bands und Künstler*innen sowie die Spielstätten vor existentielle Probleme. ⁠ ⁠ Viele von euch stellen sich demzufolge die völlig nachvollziehbare Frage: Was ist mit dem Reeperbahn Festival 2020? Auch wir haben in den letzten Wochen intensiv mit dieser Fragestellung gerungen. Gerungen, weil es in diesen Zeiten sicherlich keine einfachen oder leichtfertigen Antworten gibt. ⁠ ⁠ Dennoch wollen wir euch bereits heute einen Einblick geben, wie wir derzeit versuchen, das Reeperbahn Festival 2020 zu planen:⁠ In Abstimmung mit den zuständigen Behörden arbeiten wir an einem Szenario, das eine Durchführung der Veranstaltung im September unter Einhaltung aller Abstands- und Hygiene-Vorgaben ermöglicht und dabei zu jedem Zeitpunkt die Sicherheit der Besucher*innen, Partner*innen, auftretenden Künstler*innen und Mitarbeiter*innen gewährleistet.⁠ ⁠ Klar ist: Unser ansonsten stark international ausgerichtetes künstlerisches Angebot wird sich unter diesen Gegebenheiten vornehmlich auf nationale sowie Acts aus dem europäischen Ausland fokussieren müssen. Wir halten euch sobald wie möglich mit weiteren Infos auf dem Laufenden. ⁠ ⁠ Lasst uns das diesjährige Reeperbahn Festival bei aller gebotenen Vorsicht als Probelauf zum Aufbruch in eine neue Normalität wagen! ⁠ ⁠ Bis dahin: Stay safe! ⁠ Euer Reeperbahn Festival Team

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