Die britische Autorin J.K. Rowling.
Foto: AP/Joel C Ryan/Invision

Berlin„Es war einmal ein kleines Land, das hieß Schlaraffien und wurde seit Jahrhunderten von einer langen Reihe von Königen mit blondem Haar regiert.“ Kennen Sie das Märchen, das so beginnt? So geht es weiter: „Zu der Zeit, von der ich hier schreibe, herrschte König Fred der Furchtlose.“ Es ist noch ganz frisch. Vielleicht ist es eines Tages berühmt und wird mündlich weitergegeben. Aber ganz sicher wird es Ende des Jahres die Bestsellerlisten in vielen Ländern anführen. Denn das Märchen vom „Ickabog“ ist der Fantasie von Joanne K. Rowling entsprungen, der Erfinderin von „Harry Potter“, des größten Kinder- und Jugendbucherfolgs der vergangenen Jahrzehnte.

Die Geschichte liest sich leicht und lebendig, verrückte Namen und merkwürdige Vergleiche machen Spaß. Sie wolle Kindern in diesen „seltsamen, beunruhigenden Zeiten“ der Corona-Pandemie etwas Gutes tun, teilte Joanne K. Rowling auf Twitter mit. Ihre Geschichte über Wahrheit und den Missbrauch von Macht sei nicht als Anspielung auf konkrete Verhältnisse gedacht, versicherte sie außerdem. Rein zufällig also hat der König blondes Haar. 

Seit dem 27. Mai und noch bis zum 10. Juli stellt die Autorin Kapitel für Kapitel online. Als Lektoren stehen ihr die einstigen Adressaten der Geschichte zur Seite, ihre drei Kinder. Denen hatte sie vom „Ickabog“ vorgelesen, als sie noch Einschlafgeschichten brauchten. Das war, als sie an „Harry Potter“ schrieb. Der „Ickabog“ ist also ein Zeitgenosse.

Die Webseite mit den Fortsetzungen brachte vielen mit dem Zauberschüler erwachsen gewordenen Lesern schon Freude. Seit Mittwoch können deutsch sprechende Eltern ihren Kindern die Geschichte ohne Verrenkungen zugänglich machen. Sie erscheint sukzessive in der Übersetzung von Friedrich Pflüger auf https://www.theickabog.com/de/home/.

Die Honorare aus den Buchveröffentlichungen will die Autorin Corona-Hilfsprojekten zur Verfügung stellen. Das ist keine Zauberei.