Köln - Die ganze Welt diskutiert über die anstehende US-Wahl. Nur bei Frank Plasberg ging es an Montagabend um die Rente. „Kampf um die Rente: Wähl mich, ich geb am meisten!“ war das Thema bei „Hart aber fair“. Die große Koalition bastelt kurz vor der Wahl erneut an der Rente. Unter anderem steht im Raum, die Mütterrente weiter zu erhöhen.

Ist das wirklich notwendig, oder versuchen SPD und Union nur schnell noch ältere Wähler auf ihre Seite zu ziehen?

Die Gäste und ihre Positionen

Dorothee Bär, CSU-Bundestagsabgeordnete, findet die Mütterrente gerecht, denn „Kinder dürfen kein Armutsrisiko sein.“ Kinder findet sie generell gut. „Wenn Familien endlich mehr als 1,5 Kinder bekommen würden, hätten wir die Rentendiskussion gar nicht.“ Familienpolitik ist für Sie der wichtigste Baustein.

Thorsten Schäfer-Gümbel, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion Hessen, ist für ein flexibles Renteneintrittsalter bei 45 Beitragsjahren. Er sagt, pauschale Debatten (so wie diese hier) bringen niemanden weiter. Die ökonomischen Probleme würde nicht bei der Rente liegen. Vielmehr müsse man sich die Frage stellen, wie der Sozialstaat morgen aussieht.

Johannes Vogel, Mitglied des FDP-Bundesvorstands, ist mit 34 Jahren der jüngste Diskussionsteilnehmer und war deshalb dafür da, für die junge Generation zu sprechen. „Die Beiträge für die Jungen werden explodieren“, prognostiziert er. „Die Beiträge müssen finanzierbar bleiben, sonst überfordern wir die jüngeren Generationen“, schlägt er vor.

Marcel Fratzscher, Leiter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, findet, „gute Rentenabsicherung muss zielgenau sein.“ Die Mütterrente sei das nicht. „Wir müssen Mütter heute unterstützen, Kinder sind ein Armutsrisiko. Wir müssen zielgenau den Menschen helfen, die es brauchen.“

Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtverbandes, möchte die gesetzliche Rentenversicherung wieder stärken. „Die Rente ist das Herzstück des Sozialstaats. Wir müssen Prioritäten setzen und die Gesellschaft zusammenhalten. Menschen müssen sich sicher fühlen.“ Er sieht keinen Konflikt zwischen alt und jung, sondern zwischen arm und reich.

Die Diskussion

Wenn sich gegenseitig ins Wort fallen eine Sportart wäre, wäre diese Diskussionsrunde ohne Zweifel die Champions League. Selten war ein Frank Plasberg wohl wertvoller. Bär und Schäfer-Gümbel bekommen sich schon in die Haare, bevor die anderen Gäste überhaupt ein Wort gesagt haben. Schiedsrichter Plasberg schreitet ein und versucht der Sendung so etwas wie eine Struktur zu geben, indem er Themenblöcke bildet. Geholfen hat es nicht. So wirklich strukturiert ging die Diskussion nicht vonstatten, sodass der Zuschauer noch planloser als vorher zurückgelassen wird.

Ist es wirklich nötig, dass jetzt nochmal an der Rente geschraubt wird? Ja, weil irgendwas stimmt nicht. Was genau jetzt deshalb gemacht werden soll, wissen die Diskutanten auch nicht. Jeder Lösungsansatz ist entweder ungerecht oder scheint anderswo neue Probleme zu verursachen. 

Von den oben genannten Standpunkten weicht kein Gast so recht ab, sodass man sich einer Antwort auf die Ausgangsfrage kein Stück genähert hat.