Dass es den menschengemachten Klimawandel gibt, ist in der deutschen Politik, abseits der AfD, ziemlich unumstritten. Klar ist auch, dass die CO2-Emissionen schleunigst reduziert werden müssen, wenn die Folgen der Klimakrise doch noch kurz vor knapp abgewendet oder zumindest eingedämmt werden sollen. Dazu soll es teurer werden, CO2 auszustoßen. Nur – an wem bleiben die Kosten hängen?

Noch in dieser Woche will die Regierung über ein Milliardenpaket für den Klimaschutz entscheiden. Wie viel kostet der Klimaschutz letzten Endes die Bürger? Inwiefern könnte die Wirtschaft unter den geplanten Maßnahmen leiden? Diese Fragen hatte Moderator Frank Plasberg für seine Sendung „Hart aber Fair“ aus der Sommerpause mitgebracht.

Argumente des Abends

Klimaaktivistin Leonie Bremer brachte die konkretesten Vorschläge mit in die Diskussion ein. „Wir pumpen momentan 45 Milliarden Euro an Subventionen in fossile Energien. Das muss ein Ende haben“, forderte Bremer. Ihre Verbündete am Tisch war Journalistin Petra Pinzler, die kritisierte, dass die Bundesregierung den Bürgern nicht klar mache, dass Umweltschutz nun mal koste. Subventionen wie die Erhöhung der Pendlerpauschale seien ineffizient, da sie dazu führten, dass höhere Spritpreise ihre steuernde Wirkung verlieren würden.

In diesem Punkt stimmte ihr Unternehmensberater Daniel Stelter zu. Den Ausgleich der erhöhten Spritpreise mittels erhöhter Pendlerpauschale bezeichnet er als „widersinnig“. Ansonsten fordert er mehr Investitionen in neue Technologien und Innovationen an Stelle von milliardenschweren Subventionen.

Phrasendrescher

Matthias Miersch (SPD) kann froh sein, dass die „Hart aber Fair“-Redaktion noch nicht auf die Idee gekommen ist, ein Phrasenschwein aufzustellen. Bei fünf Euro pro abgedroschener Floskel wäre die Diät in diesem Monat wohl deutlich geringer ausgefallen. Etwa, als er tief in die angestaubte Hartz 4- Spruchkiste seiner Partei griff und eine „Mischung aus Fordern und Fördern“ der Bürger in Sachen Klimaschutz forderte.

Selbst-auf-die-Schulter-Klopfer

Peter Altmaier wurde nicht müde, immer wieder die Vorreiterrolle Deutschlands in Sachen Energiewende anzupreisen. „Wir haben in den letzten drei Jahrzehnten den Ausstoß an CO2-Emissíonen um über dreißig Prozent reduziert, obwohl die Wirtschaft sich in ihrer Leistung verdoppelt hat“, lobte der Wirtschaftsminister. In diesem Punkt hielten die Vertreter der großen Koalition zusammen. „Gehen Sie mal auf internationale Konferenzen, wo Deutschland immer wieder für so etwas wie das „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ gelobt wird“, stieg auch Miersch in das Lob mit ein.

Lacher des Abends

Für den sorgte Peter Altmaier. Auf die Tatsache angesprochen, dass die Flugbereitschaft der Bundesregierung in diesem Jahr bereits 849 Leerflüge zwischen dem Flughafen in Köln/Bonn und Berlin hatte, weil sie ihren Hauptsitz immer noch in Bonn hat, antwortete er: „Es wurde gesagt, dass die Flugbereitschaft dann umzieht, wenn der Flughafen in Berlin-Brandenburg fertig ist.“ Das entlockte sogar der ansonsten sehr konzentrierten und ernsten Leonie Bremer ein Lächeln.