Auftrittsverbote, Nazivergleiche – die Türkei und Deutschland streiten sich. Mittendrin: die hier lebenden Deutsch-Türken. Warum feiern so viele den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan? Welcher Frust steckt dahinter – selbst bei denen, die hier in Deutschland geboren sind? 

„Hier Freiheit leben, dort Erdogan wählen - wie passt das zusammen?“ Das klang polarisierend und war auch genau so gemeint. Die radikale Putsch-Politik am Bosporus droht auch in Deutschland zu einem Problem zu werden. Gerade jetzt stellt sich diese Frage aber schärfer denn je. Wie kann man beispielsweise Erdogan bejubeln und gleichzeitig Demokrat sein?

Die Antwort

Die Gäste betrachteten das Thema differenziert. Das Versagen der Integration ist dabei eine mögliche Antwort. Die Runde verlor sich zwischendurch in Beschuldigungen. 

Die Gäste

Thomas de Maizière

Der deutsche Innenminister stellt klar: Wir wollen nicht, dass Menschen hier in Deutschland für eine Debatte in der Türkei missbraucht werden. Deshalb hat der türkische Wahlkampf hier nichts verloren. Während der Diskussion stellt er immer wieder Fatih Zingal zur Rede. Seine aussagekräftigste Bemerkung in Zingals Richtung: „Sie haben hier eine sehr raffinierte, aber leicht durchschaubare Propaganda-Show abgezogen.“

Fatih Zingal

Der Vize-Vorsitzende der Union Europäisch-Türkischer Demokraten sagt: Viele Deutsch-Türken haben noch eine starke emotionale Bindung zur Türkei. Auch weil sich diese Menschen in Deutschland oft wie Menschen zweiter Klasse fühlen.

Cem Özdemir

Der Chef der Grünen warnt: Der Diktator aus Ankara versucht, nicht nur europäische Länder gegeneinander auszuspielen, sondern auch die Bevölkerung in Deutschland zu spalten. Das dürfen wir nicht zulassen.

Daniel Zimmermann

Der Bürgermeister von Monheim am Rhein ist überzeugt, dass Deutschland mehr auf die Islamverbände zugehen muss. In Monheim hat er zwei Grundstücke zum Bau von Moscheen freigegeben.

Düzen Tekkal

Die Journalistin kritisiert die Islam-Verbände, die für die Anhänger Erdogans in Deutschland verantwortlich sind. In ihren Moscheen wird keine Integration, sondern das „Türkisch sein“ gepredigt.