So richtig Sommer ist es aktuell ja nicht. Zumindest merken wir davon recht wenig – wir Glücklichen. Ganz anders geht es zum Beispiel den Wäldern und Agrarflächen. „Dürre Felder, brennende Wälder – Ist das noch Wetter oder schon unsere Zukunft?“ – so lautete das Thema bei Hart aber Fair.

Vielen Bäumen macht aktuell der Borkenkäfer und der Eichenprozessionsspinner zu schaffen. Wälder sterben ab, müssen gefällt werden und auch Menschen sind betroffen. Denn die giftigen Haare des Eichenprozessionsspinner sorgen für unangenehmem Ausschlag und können für Allergiker lebensbedrohlich sein. Der Wald als Projektionsfläche der Klimakrise. Dass es eine Klimakrise gibt, leugnete keiner der Diskutanten. Wie sie überwunden werden kann – darüber gab es schon wesentlich mehr Streit.

Die Gäste:

Besonders der Juni hat das Ausmaß des Problems gezeigt. Es war der heißeste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. „Wir beobachten, dass es mehr Standwetter gibt. Das heißt, dass Hoch- und Tiefdruckgebiete länger an einem Ort bleiben - ein Grund für die Länges der extremen Wetterausschläge“, erklärte ARD-Wetterexperte Sven Plöger. Dass das nicht nur ein Problem für Menschen ist, zeigt sich vielerorts.

„Die Gesellschaft schert sich einen Dreck um den Wald“, monierte Franz Prinz zu Salm-Salm (Waldbesitzer und Vorsitzender des Waldbesitzerverbands Sachsen-Anhalt) und forderte einen Extremwetterfonds. „Der Wald speichert 14 Prozent des CO2. Das Problem ist, dass so viel Holz gefällt werden muss wegen der Dürre, dass die Preise sinken. Sie sind so niedrig, dass wir die Flächen weder räumen noch aufforsten können.“ Bundesagrarminister Julia Klöckner (CDU) nickte eifrig und sagte Hilfen zu – wobei sie von 600 Millionen Euro sprach, Salm-Salm hingegen von 2,1 Milliarden Euro.

Klare Fronten bei der Klimakrisen-Diskussion

Die Diskussion um die Maßnahmen, wie die Klimakrise angegangen werden kann, machte im Prinzip zwei Fronten auf. Auf der einen Seite die Anreize-Fraktion, zu der Salm-Salm, Bauernverbandspräsident Rukwied und Klöckner gehörten. Sie wollen keine Verbote, sondern zum Beispiel finanzielle Anreizsysteme. Salm-Salm formulierte es so: „Wer CO2 verursacht muss für denjenigen bezahlen, der das wieder ausbügelt.“

Dem gegenüber standen – oder saßen vielmehr – Plöger und Alt. Sie forderten: Verbote! Verbote! Verbote! Als es beispielsweise um die Laufzeiten der Kohlekraftwerke bis 2038 ging, sagte Alt: „Sorry, diese Zeit haben wir nicht. Selbst die Kohlenation England hat den Ausstieg 2025 beschlossen.“ Das Publikum applaudierte begeistert.

Klöckner versuchte mit sozialverträglichen Maßnahmen zu kontern – also mit dem Argument, dass ein Kohleausstieg viele Arbeitsplätze kosten würde. „Sie sichern 20.000 Jobs in der Kohleindustrie, während sie es verpasst haben, 80.000 Arbeitsplätze bei den erneuerbaren Energien zu schaffen!“, entgegnete Alt. Und wieder großer Applaus. „Wir brauchen jetzt mutige Politiker, die mutige Entscheidungen treffen: raus aus der Kohle, raus aus fossilen Brennstoffen!“, forderte Alt.

Nur auf die Politik schimpfen reicht nicht

Dass es allerdings nicht reicht, nur auf die Politik zu schimpfen, belegte ein Einspieler zum Ende der Sendung. Darin wurden zwei Meldungen aufgegriffen, die das Problem zeigen, dass der Wunsch nach Veränderung zwar groß ist, die eigenen Taten von vielen Menschen aber nicht. Die Zulassung der SUV’s in Deutschaland ist gerade so hoch wie nie und am Frankfurter Flughafen wurde jüngst das höchste Passagieraufkommen an einem Tag gemessen.

Leider wurden zwei weitere Meldung nicht besprochen: Der „Friday for Futures“ Protest vieler Schülerinnen und Schüler geht auch in den Ferien weiter und die Grünen als Vorzeige-Öko-Partei sind weiter im Umfragehoch. Das Thema ist zu ernst – diese Erkenntnis scheint sich vielerorts durchzusetzen.