Köln - Früher überraschte Frank Plasberg mit seinen Diskutanten. Und mit seinen Themen. Jetzt konnte er von Glück sagen, dass ihn die Aktualität zwang, nicht die x-te  Sendung zur Rente zu moderieren, sondern die Schweizer Abstimmung zur Zuwanderung. Serviert wurde also Käsefondue. Aber als ob es nur einen einzigen Schweizer gäbe, den man in deutschen Talkshows einladen könnte, saß wieder der Erzkonservative Roger Köppel da, umgeben von den üblichen Verdächtigen der eloquenten Laber-Szene. Im großen Käse-Topf rührten mit ihren Gabeln:  Michael Hüther (Institut der Deutschen Wirtschaft), Bernd Lucke von der europafeindlichen AfD, Rald Stegner (SPD), Christine Haderthauer (CSU) und Rolf-Dieter Krause (ARD-Büro Brüssel). Kein Nichteuropäer, der berichtete, wie Europa denn von außen aussieht (abgeschotteter als die Schweiz). Kein Kanadier, der aufzählte, wie gut ein quotiertes Auswahlsystem funktionieren kann. Kein Schweizer Politiker.

Und doch: Es gab nicht nur Schweizer Käse. Wer lernen wollte, konnte lernen - und besser verstehen. Es wurde argumentiert und gestritten, nur wenig gezofft. Es wurde viel Erwartbares gesagt - dass die Schweiz sich doch aussuchen könne, wer einwandert. Dass Freizügigkeit nicht nur für Waren und Geld gelten darf, sondern auch für Menschen gelten muss. Dass Zuwanderung bereichert; dass sie ökonomisch für die Schweiz wie für Deutschland unabdingbar ist. Dass die EU eine Errungenschaft ist - und auch eine Werkgemeinschaft auf man man stolz sein müsse. Krause: "Wenn man die Freizügigkeit nicht auf alle Bereichen beibehält  kann die EU gleich einpacken."

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