Bei „Hart aber fair“ gingen die Gäste am Montagabend hart mit Tsipras und Varoufakis ins Gericht. CDU-Europapolitiker Elmar Brok will die Griechen „vor der eigenen Regierung schützen“. Als Europapolitiker steht er aber natürlich für den Verhandlungskurs der EU gegenüber Athen.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach, erklärter Gegner weiterer Hilfen für das krisengeschüttelte Land, will „zwar nicht die Kuh sein, die quer im Stall steht“, aber „die Probleme sind seit Jahrzehnten bekannt und nicht angegangen worden“. Schützenhilfe bekommt Bosbach von „Bild“-Journalist Julian Reichelt, einem erklärten Befürworter des Grexit.

Die Diskussion offenbart aber schnell die Differenzen innerhalb der CDU: Zwischen den beiden Parteikollegen Brok und Bosbach wird es hitzig, als es um die Brüsseler Kompetenzen und den „europäischen Superstaat“ (Bosbach) geht. Zu diesem Zeitpunkt hat man sich schon vom eigentlichen Thema Griechenland entfernt und ist beim Komplex „innere Sicherheit“ gelandet.

Bosbach wettert gegen den Wegfall von Grenzkontrollen - Brok kontert: „„Wolfgang, ich lade Dich ein, dass wir um zehn Uhr die Stadttore runter ziehen. Dann wird’s noch sicherer.“ Das findet Bosbach „unterste Schublade“ - worauf sich trotz der zu Beginn beschworenen Freundschaft heftiger Streit entspinnt.

„Griechen wollen schlemmen“

Die Politologin Ulrike Guérot sieht die Schuld für das Dilemma dagegen vor allem bei der EU-Politik gegenüber Griechenland und spricht von „fünf Seiten bürokratischer Müll“. Sie meint das neueste Brüsseler Papier, das fünf europäische Spitzenpolitiker um Jean-Claude Juncker in ihrem aktuellen Bericht zur Wirtschafts- und Währungsunion jüngst vorgelegt haben.

Auch der ARD-Korrespondent in Brüssel, Rolf-Dieter Krause, spricht von Glaubwürdigkeitsverlust der europäischen Politik, die sich bei der Griechenland-Krise offenbare. Für Unmut beim deutsch-griechischen Journalisten Michalis Pantelouris sorgt Krause jedoch mit seiner Äußerung, die Griechen wollten schlemmen und andere für die Party zahlen lassen.

Am Ende findet der ARD-Korrespondent doch noch nachdenkliche Worte: Sei ein „Weiterwurschteln“ in der Euro-Zone wirklich wünschenswert? Gebe es überhaupt noch gemeinsame europäische Werte? Vielleicht gehe es den Griechen ohne Euro ja besser.