Zur Hälfte der Regierungszeit der großen Koalition – ja, man glaubt es kaum, weil ständig schon über deren Ende schwadroniert wird – hat Moderator Frank Plasberg Norbert Walter-Borjans (SPD), Norbert Röttgen (CDU), Melanie Amann vom „Spiegel“, den Historiker Andreas Rödder und Kathrin Göring-Eckardt von den Grünen eingeladen.

Friedrich Merz ist auch da, virtuell. Seine Vokabel „grottenschlecht“ und der „Nebelteppich“ machen im Film den Anfang, aber nicht jeder will über besagten Teppich laufen.

Die Einzelkritik

Röttgen will nicht drüberlaufen. Der gerät allerdings ins Stolpern, weil er selbst die Kanzlerin wegen Untätigkeit kritisiert hat.

Walter-Borjans verheddert sich erst in einem Bild vom SPD-Haus und dann beim Klima – windschief.

Göring-Eckhardt ist genervt von der GroKo, was Wunder.

Und die Nicht-Politiker? CDU-Mitglied Rödder hat mal die Aktion „Parsifal“ initiiert und wollte den CDU-Vorsitz. Ernsthaft?

Amann findet die Hamburger Rede von Merz grottenschlecht. Guter Punkt.

Und der Moderator? Ordnet Merkel der SPD zu und will Göring-Eckhardt am Zeug flicken, weil die Walter-Borjans im Ruhestand sieht. Wirkt fahrig und lässt wie gewohnt nie ausreden.

Die besten Argumente

Kommen nicht vom Historiker Rödder, von dem wirklich nicht, sondern von den beiden Frauen, die Kramp-Karrenbauers Parteivorsitz ohne Rückhalt in der Partei und Merkels Regieren ohne Partei überhaupt am klarsten analysieren. Ansonsten schwadronieren Röttgen über das „System“ und Rödder über die „westlichen Demokratien“.

Wie formuliert es Göring-Eckhardt? Zu pauschal! Exakt. Erst beim Thema Grundrente kommt ein bisschen Leben in die Bude, als Röttgen und Walter-Borjans aneinander geraten. Verriet das etwas über den Zustand der GroKo in dieser Sendung?

Fazit

Ja, hier wurden endlich unterschiedliche Perspektiven deutlich und konkret. Aber leider nur hier. Vielleicht ist das ja auch schon was.