„Hassfluencer “: Wie die sozialen Medien im Fall des Andrew Tate versagten

Andrew Tate ist der Mensch, der am häufigsten gegoogelt wird auf der Welt. Sein erfolgreiches Geschäftsmodell sind Hass, Homophobie und Frauenfeindlichkeit.

Erfolgreich mit Homophobie und Frauenhass: Andrew Tate auf einem Bild von seinem mittlerweile gesperrten Instagram-Account.
Erfolgreich mit Homophobie und Frauenhass: Andrew Tate auf einem Bild von seinem mittlerweile gesperrten Instagram-Account.Instagram/Andrew Tate

Andrew Tate ist ein ehemaliger Kickboxer und Teilnehmer an Reality-TV-Shows, der mit seinem Profil auf den Plattformen Instagram, Facebook, TikTok und YouTube mehrere Millionen Follower hatte. Nun hat ihn der Facebook- und Instagram-Mutterkonzern Meta gesperrt, auch TikTok und das Google-Unternehmen YouTube haben die Konten des amerikanisch-britischen Influencers geschlossen.

Frauenhass und Homophobie

Der Mann, der mit der Bezeichnung Lifecoach seit Jahren für Schlagzeilen sorgt, ist der Mensch, der weltweit am häufigsten gegoogelt wird, noch vor dem früheren amerikanischen Präsidenten Donald Trump, den Tate verehrt und dessen frauenfeindliches, homophobes und reaktionäres Weltbild von dem Influencer regelmäßig in bewundernden Posts und Tweets verbreitet wurde.

Tate selbst sorgte regelmäßig seit ein paar Jahren für Shitstorms mit homophoben Rants und übelster Misogynie. Unter anderem mit der Behauptung, Frauen wären selbst schuld, wenn sie vergewaltigt würden.

Im Internet sind Meinungen wie die Andrew Tates keine Seltenheit, Gruppen von Trump-Anhängern und Fans rückwärtsgewandter Männerbilder bejubelten Tate für seine Hassschleudern. Interessant ist, dass der Influencer über keine eigenen Plattformen verfügt, sondern es schaffte, mit den gängigen Social-Media-Plattformen zum Multimillionär zu werden – mit nur einem einzigen Geschäftsmodell: der Verbreitung von Hass, getarnt als Lebenshilfe und mittels eines Schneeballsystems zur gewinnbringenden Einnahmequelle umfunktioniert.

Nun wurde Tate in den vergangenen Tagen von den größten Plattformen gesperrt, zuletzt von YouTube. Seine Accounts sind nicht mehr auffindbar. Gesperrt wurde Tate, weil seine Inhalte gegen die Nutzungsbestimmungen verstoßen, so der Konzern Meta. Ein dürrer Kommentar, denn gegen die Nutzungsbestimmungen zu verstoßen, ist in der Regel einfach und schon dann der Fall, wenn man mehrmals Bilder nackter Brüste postet.

Der Fall Andrew Tate zeigt, wie wenig diese Schutzmaßnahmen wirklich greifen, wenn sie wirklich nötig sind, und wie schwerfällig die großen sozialen Plattformen sind, wenn es darum geht, Accounts wie den von Tate zu sperren. Oder wie desinteressiert.